Der Gesangverein „Frohsinn trat bei der Kerbeeroeffnung auf. Foto: Helene Braun

Harxheim – Nur ein Kinderkarussell und eine Schießbude fanden die Besucher am Platz an der Waage in diesem Jahr an Schaustellerbetrieben. Diesmal stand die Kerb ganz im Zeichen der evangelischen Kirche. Bei der Eröffnung mit Ortsbürgermeister Andres Hofreuter hielt auch Pfarrer Stephan Sunnus eine humorige wie informative Rede aus Sicht der Kirche. Die wurde an der Kerb 145 Jahre alt. Doch das ursprüngliche Gotteshaus, von dem nur noch der Unterbau des Chorturms existiert, ist schon viel älter. Es wird auf das Jahr 1484 datiert und wurde 1873 aufgestockt.

Im Mittelalter im spätgotischen Stil errichtet wurde die evangelische Kirche im Dreißigjährigen Krieg teils zerstört. Pfarrer Sunnus startete seine Rede mit: „Was ich de Haschemer sage will . . .“ Kam der Kirche die Zahl 2018 doch bekannt vor, denn sie erinnerte an 1618 und den 30-Jährigen Krieg. Die Glocken wurden vergraben und die Kirche überlebte. 1938: „Alles wurde zerschlagen.“ 1968 kamen kluge Leute, die die Welt modern machten, doch nicht alles war gut, befand das Gotteshaus. 2018: „Guckt auf meinen Turm, die Kugel, das Kreuz, den Gickel.“ Die Kugel besage, wir leben auf der Erde, das Kreuz steht für Jesus, der Gickel drehe sich mal so mal so. Fazit: „Willste kein Gickel sein, dann komm doch zu mir rein.“

An den Harxheimer Gruppen und Kreisen wurde bei der Eröffnung allerdings nicht gespart. Die Tanz- und Trachtengruppe, der Gesangverein Frohsinn, der Sportverein und die HKG warteten mit Tanz und Gesang auf. Tradition sind auch die Spiele des Sportvereins und nach dem Kerbegottesdienst in der evangelischen Kirche gab es Führungen, bei denen Pfarrer Sunnus die Historie des Gotteshauses erklärte. Die Gewerbebetriebe spendierten den Kindern zum Kinderprogramm eine Freifahrt auf dem Karussell und die nach Frauen und Männern getrennten Frühschoppen in der Gutsschänke Reßler und dem Andreashof zeigten sich wie immer gut besucht.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.