Auf Du und Du mit Kuh „Bella“ (11) und Schafsbock „Goethe“ sind Praktikantin Niobe, Tierpflegerhelfer Bohdan Jelinek und der ehrenamtliche Tierpfleger Florian Drückler. Foto: Oliver Gehrig

KASTEL – Eine Oase der Ruhe ist das idyllische Kasteler Biotop Petersberg, das 1924 von dem Briefträger Martin Petri entdeckt wurde und heute aus dem Aquarienverein Cyperus und dem Kasteler Tierpark besteht. Ende der 50er-Jahre hatte der inzwischen verstorbene Kasteler Franz Geißler die ersten Huftiere angeschafft und nach heftigen Streitigkeiten und Differenzen den unteren Teil des Areals abgespalten und einen Trennzaun errichten lassen. Genau vor 50 Jahren wurde am 26. Mai 1968 der Förderverein des Kasteler Tierparks gegründet. Heute sind diese Streitigkeiten längst Vergangenheit, und der Kasteler Tierpark und der Aquarienverein Cyperus leben friedlich nebeneinander. Den 50. Geburtstag des Tierparks feierte der Förderverein jetzt mit vielen Ehrengästen aus Politik und Verwaltung mitten auf dem idyllischen Tierparkgelände.

Unser kleiner Tierpark besteht trotz aller Widrigkeiten auch nach 50 Jahren noch“, sagte die Fördervereinsvorsitzende Sabine Böhringer zu Beginn der Feierstunde. Sie dankte allen ehrenamtlichen Helfern und Tierpflegern sowie den 120 Fördervereinsmitgliedern. In ihrem Rückblick ging sie auf das Jahr 1997 ein, als Stadtrat Rainer Schuster (SPD) in seiner Bürgersprechstunde von den damaligen finanziellen Problemen des Tierparks erfuhr und fortan alle Hebel in Bewegung setzte, um dem Förderverein zu helfen. Es wurde ein Zehnjahreskonzept mit finanzieller Unterstützung der Städte Mainz und Wiesbaden erstellt, das fruchtete. Ein neues Streichelgehege wurde gebaut und 2002 erfolgte die Neueröffnung. Seit 2004 kümmert sich der hauptamtliche Tierpfleger Wolfram Gaertner um die Tiere, seit 2006 fließen Gelder der Oppermann-Stiftung. Heute besteht der Kasteler Tierpark aus 120 Tieren: Ziegen, Schafe, Ponys, Gänsen, Hühner, Enten, Frettchen, einer Kuh, Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen und Bienen. Ein Herzenswunsch der Vorsitzenden ist die feste Verankerung der Zuschüsse, denn gerade durch den geplanten benachbarten Stadtteil Ostfeld gewinne der Kasteler Tierpark noch einmal an Bedeutung.

Im Kasteler Tierpark wird es nie langweilig“, lobte Ortsvorsteherin und Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel (SPD), die Schecks des Ortsbeirates und der Stadtverordnetenversammlung überreichte. Die Wiesbadener Stadtplakette in Bronze überreichte Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) als Präsent des Magistrats. „Natur wird erfahrbar und spürbar“, ergänzte der Mainzer AKK-Beauftragte Horst Maus, der einen weiteren Scheck und einen Mainz-Stich mitgebracht hatte. „Dieses Juwel in Kastel mit dem Tierpark und dem Cyperuspark muss erhalten bleiben“, forderte der Vereinsringsvorsitzende Josef Kübler, der ebenfalls einen Scheck dabei hatte. Weitere Glückwünsche kamen von den Stadtverordneten und Ortsbeiratsmitgliedern Hartmut Bohrer, Mechthilde Coigné und Ronny Maritzen (Linke, Grüne, AUF) sowie der Ortsverwaltungsleiterin Petra Seib. Zur musikalischen Umrahmung sang der Projektchor „Rainbow Harmony“ des Gesangvereins Harmonie unter Leitung von Kirsten Sommer „The Lion sleeps tonight“. Es gab eine große Tombola sowie Kaffee und Kuchen. Als besonderes Geburtstagsgeschenk besprühte Graffitikünstler Manuel Gerullis den Bürocontainer mit Tiermotiven.

Teilen
Vorheriger ArtikelSeniorin nach Unfall beleidigt
Nächster ArtikelWeck, Worscht und Woi
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.