Die Gonsenheimer wollen den Charme und die Historie der der Housing Area weitestgehend erhalten. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Gonsenheim – Es sei an der Zeit, das Areal zurück an die Gonsenheimer zu geben. Die Position der Gonsenheimer CDU ist hinsichtlich der so genannten „Housing Area“ des Stadtteils klar. Bei einer Veranstaltung der Christdemokraten, die eine Begehung vor Ort sowie eine Informations- und Diskussionsrunde beinhaltete, positionierte die Ortsvorsteherin, Sabine Flegel, sich und ihre Partei eindeutig: Sie wollen nicht, dass es zu einer baulichen Nachverdichtung in dem beschaulichen Quartier komme, das einst von den Amerikanern entworfen und gebaut worden ist. Die Alternative, die sich die CDU – und bis auf die Grünen alle anderen Fraktionen im Gonsenheimer Ortsbeirat – vorstellen und wünschen, sei ein Generationen-Wohn-Park. „Zukunft der Housing Area – Bürgerbeteiligung jetzt, statt Streit der Bürgerinitiativen“: Rund 120 Gonsenheimer Bürger haben die entsprechend kämpferisch betitelte Veranstaltung der CDU besucht.

Bei einem Rundgang über die ehemalige Unterkunft der US-Soldaten informierte Flegel gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Gerd Schreiner (CDU) über die aktuelle Nutzung der Wohnungen als Flüchtlingsheim und die Pläne der Ampelkoalition. An diesem Mittwoch soll im Mainzer Stadtrat ein Antrag der rot-grün-gelben Rathausmehrheit behandelt werden, wonach die Wohnbau Mainz GmbH das Areal erwerben und Pläne dafür entwerfen solle mit dem Zweck, den sozialen Wohnraum „maximal“ zu erhöhen. Zugleich, so Flegel, sehe der Antrag vor, dass der Bestand an Grünflächen lediglich „nach Möglichkeit“ erhalten bleiben solle.

Die Minimalfolgen der Formulierungen, die Schreiner anhand einer Zeichnung präsentierte, welche sich allein nach gesetzlichen Vorgaben orientierten, würden zum Bau von Sechs-Geschossern führen. Gegenwärtig stehen auf dem Gelände elf Gebäude mit je zwei Etagen. „Der Charakter der bisherigen Anlage wäre völlig zerstört worden“, so Schreiner.

Die Skizze, die er präsentierte, sorgte bei den Bürgern für sichtliches Entsetzen. In der anschließenden Informationsrunde in den Räumen der Turngemeinde Mainz in Gonsenheim zeigten sie sich empört und verärgert über das Gebaren der Ampelkoalition. Ein Kurzvortrag des eingeladenen Mainzer Professors und Denkmalschützers, Ernst-Rainer Hönes, beleuchtete die historische Bedeutung des Areals. Das Areal sei ein Kulturdenkmal der Nachkriegszeit, dessen Erhaltung ratsam. Sein Rat: Bei der Verhinderung einer baulichen Nachverdichtung können sich „der Denkmalschutz und der Naturschutz die Hände reichen“.

Der Vorsitzende der Gonsenheimer CDU, Fritz-Bernhard Stähler, rechnete vor, dass das 3,6 Hektar große Grundstück – ohne den Wert der Gebäude zu berücksichtigen – mindestens 22 Millionen Euro wert sei. „Bei solchen Rahmenbedingungen hat die Verwaltung gefälligst eine Planung vorzunehmen und kann diese nicht an die Wohnbau delegieren.“

Flegel abschließend: „Der Oberbürgermeister hat auch nach dem Bibelturm nicht verstanden, dass die Bürger gehört werden wollen und sich auch Gehör verschaffen werden.“

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.