Am frühen Abend heizte die Gründerband r.u.s.t. rund 300 Rockfans ein. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Grillen und Chillen bei guter Rockmusik mit sieben Livebands in sieben Stunden: Das ist das Motto des Rockfestivals „Grill em all“, das nun bereits zum 16. Mal eine Plattform für junge regionale Rockformationen bot, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Mit dabei waren diesmal die beiden Gründerbands r.u.s.t. und Battle against the Empire, eine Rage-against-the-Machine-Tributeband. Dazu die vier ausgewählten Bands Enamic, Blue Collar Punks, Facing the Sun und Blackwater Horizon plus Jedeye, die Zweiten des Nachwuchsfestivals „Rock’n’Pop Youngster“. Die Siegerband Lichtmast 18, eine Jazzcombo, hatte bereits einen anderen Auftritt und musste leider absagen.

Erstmals haben wir die Regelung, dass nur Bands deren Mitglieder im Durchschnitt höchstens 30 Jahre und nicht älter sind, auftreten dürfen“, erläuterte Organisator Wolfgang Stiren vom Jugendamt den Hintergrund. 14 Bands hatten sich beworben, die obigen Vier wurden ausgewählt. Stiren: „Es ist wichtig, jungen Bands eine Plattform zu geben, denn Jugendkulturarbeit ist wichtig.“

Auffallend ist, dass die Chemie des Festivals passt. Alle Bands helfen beim Aufbau und Abbau, es ist ein großes Miteinander. „Die Bands sind mit vollem Einsatz dabei“, versicherte Stiren. Froh waren die Organisatoren, nämlich das Jugendamt und die Jugendzentren in Bretzenheim und Weisenau sowie das Haus der Jugend, dass diesmal wieder auf den bewährten frühen Termin im Jahr zurückgegriffen werden konnte. 2017 fand das Festival nämlich aufgrund von Terminschwierigkeiten wegen Pfingsten und dem Open-Ohr-Festival erst im September statt, was laut Stiren wegen der wenigen Zuschauer ein „finanzielles Fiasko“ war. Diesmal tummelten sich schon am frühen Nachmittag rund 300 Rockfreunde auf der Ziegelei und der Spielplatz war proppenvoll mit jungen Familien. So kamen am Ende etwa 800 Rockfreunde, und der finanzielle Schnitt stimmte. Der finanzielle Hintergrund: Die 1500 Euro für die Security zahlt das Jugendamt, während die übrigen Ausgaben wie Licht und Ton sowie das Catering bei freiem Eintritt aus dem Verkauf von kalten Getränken und Grillgut gestemmt werden. Es gab auch wieder eine Tombola, deren Hauptpreise sechs Karten für das Open-Ohr-Festival waren. Dazu gab es Merchandising-Artikel und Verzehrgutscheine zu gewinnen. Ärgerlich war allerdings, dass es parallel an der Hochschule ein weiteres Rockkonzert mit dem Titel „Fünf Bands in fünf Stunden“ gab.

Das tat der guten Stimmung auf der Ziegelei allerdings keinen Abbruch. Am frühen Abend heizte die Gründerband r.u.s.t. ein. Das Trio (Gitarre, Bass und Drums) präsentierte melancholische Lieder mit langen Gitarrenriffs, irgendwo zwischen U2 und Rush. Auch einige 05-Fans mischten sich unter die Rockfreunde und feierten den 2:1-Erfolg bei Borussia Dortmund und den Klassenverbleib. Stiren: „Solange das Konzept greift, machen wir weiter.“

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.