Energie strahlen die Werke Manuel Pressers aus und pure Lebenslust. Foto: Helene Braun

Gonsenheim – Ob der Dom zu Mainz, die Stadtpfarrkirche in Boppard oder die Jesuitenkirche in Koblenz, die vor dem Gonsenheimer Rathaus die Besucher ins Innere, den Barocksaal, lockte, die religiöse Anmutung ist auf vielen Bildern zu erkennen. Manuel Presser, der Künstler der Ausstellung, sagte am Rande der Vernissage: „Die Jesuitenkirchen haben es in sich. In Köln gibt es eine, die ist so schön, da muss ich jedes Mal heulen.“ Viel ist er herumgekommen, erwanderte den Jakobsweg in jeder Richtung, viel weiß der leidenschaftliche Kunsthistoriker über das, was er abbildet.

Bunt sind die Bilder, sehr bunt, und sie strahlen eine ungebändigte Lebenslust aus. Stilistisch mag es als Spielart der naiven Malerei gelten, was Manuel Presser hochkonzentriert und in reicher Fülle schafft, aber es ist ein ganz eigener Stil, kaum mit

Bruder Claudio sang zur Vernissage. Foto: Helene Braun

anderen vergleichbar. Im Haus der Mutter, der Künstlerin Uschi Presser-Saelzler, findet man Manuels Bilder in sehr hoher Anzahl regelrecht gestapelt. Seit er die Malerei entdeckt hat vor einigen Jahren, scheint er nichts anderes mehr tun zu wollen. Die Mutter im Publikum und mit Bruder Claudio Presser und Manuels Ehefrau schien die Familie komplett vertreten bei der Ausstellungseröffnung. Bruder Claudio sang im Rahmenprogramm im Wechsel zu den Darbietungen des Laubenheimer Kammermusikensembles.

In den Acryl-Bildern spiegelt sich die innere Welt Manuel Pressers wider. Dr. Otto Martin, der in die Ausstellung einführte, bezeichnete die Symbolik in den Gemälden als „verschlüsselt, aber durchaus lesbar.“ Ihn fasziniert die „Vernetzung von Dingen, die man nicht sehen kann“, auch mit dem, womit Manuel Presser groß geworden ist, den künstlerischen Einflüssen seiner Mutter. Zumeist verwendet Presser die Primärfarben, eine klare Aussage, die Energie ausstrahlt, Energie und Neugier auf alles, was es zu wissen und zu erfahren gibt. Kleine Kreuze in der Farbvielfalt und andere Symbole zeugen von den Gedanken, die der Künstler in jeder Phase gehegt haben mag und man spürt, jedes noch so kleine Zeichen, muss eine Bedeutung für Presser haben.

Stromberg unter Wasser, ein Triptychon zu den Hochhäusern Frankfurts, die Karlsburg in Prag, die Motive sind sehr vielfältig, doch Menschen kommen so gut wie nicht vor. Lebendig sind die Bilder auch so.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.