Der Türke Serhat Dogan unterhielt mit einer witzigen Geschichte über seine ersten Tage in Deutschland. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Anlässlich ihres vier mal elfjährigen Bestehens hatten die Bretzenheimer Jakobiner im vergangenen Jahr auf eine akademische Feier verzichtet und stattdessen Comedy für den guten Zweck in der TSG-Halle angeboten. Das Konzept mit drei Comedians, die je zweimal im Block Witze, Gags und abstruse Geschichten erzählen, kam so gut an, dass es jetzt eine Neuauflage unter dem Titel „Bretzenheim lacht Vol. 2“ an gleicher Stelle gab. „Wir haben einen großen Zuspruch“, berichtete Jakobiner-Vorsitzender Markus Kieber im Gespräch mit der Lokalen Zeitung. „Statt 250 Karten im Vorjahr haben wir diesmal 400 Karten verkauft.“ Wichtig sei, dass der Erlös in Bretzenheim bleibe. In diesem Jahr gehen die Einnahmen jeweils zur Hälfte an die SG-Handball-Jugend und in die Verbesserung der Licht- und Tontechnik in der TSG-Halle. „Das ist schließlich unser Bretzenheimer Bürgerhaus, alle Bretzenheimer Vereine sollen deshalb etwas davon haben“, betonte Kieber.

Den Auftakt machte ein guter alter Bekannter: Comedian Michael Eller, ein Freund von Kieber aus gemeinsamen Footballzeiten, der bereits im vergangenen Jahr als Moderator durch das Programm geführt hatte und auch als Fastnachter in der Region auftritt. Ihm ist es manchmal unangenehm, sich als Comedian zu outen, weil er dann immer Witze erzählen muss. Da hat er stets ein paar Ersatzberufe als Ausrede parat. Einige Kostproben: „Ich arbeite bei Nestle und falte den Ritz in die Kaffeebohne“ oder „Ich rülpse den Fleischgeruch in die vegetarischen Frikadellen“. Einmal geriet er in eine Kontrolle mit einer 1,60 Meter großen und ebenso breiten Polizistin. „Die hat einen Sieben-Personen-Aufzug alleine zum Piepen gebracht.“ Deren Frage: „Wissen Sie, was mir gar nicht passt?“ – „Ja, Größe 36!“

Aus Köln war Jan van Weyde zu Gast, der reichlich zotig und vulgär daherkam. Er wird ständig dicker. „Wenn ich mit dem Rücken zum Rooter stehe, habe ich vorne kein WLAN mehr!“ Er stellte verschiedene Lacher wie den „Pausenlacher mit anschließendem Herzkasper“ und den „Lacher nach hinten“ vor.

Eine lustige Geschichte von seinen ersten Erlebnissen in Deutschland las der Türke Serhat Dogan vor. Er erlebte viele Überraschungen: Einmal stand er am Zebrastreifen, und ein Auto bremste. Und: „Unglaublich: Die Deutschen halten sogar an roten Ampeln!“ Im Hofbräuhaus bestellte er ein Bier. Der Kellner brachte ein Glas: „so groß, da konnte ein Kind drin ertrinken!“ Seine Reaktion: „Entschuldigung, ich wollte ein Bier, kein Aquarium!“ Nach dem Genuss lernte er ein neues deutsches Wort kennen: „Ausnüchterungszelle“. Seine Erfahrungen mit deutschen Sonnenstudios fasste er so zusammen: „In der Türkei: Wenn du Sonne willst, geht’s du raus! In Deutschland: Wenn du Sonne willst, gehst du rein! Da stimmt doch was nicht!“ Für diesen amüsanten Vortrag gab es viel Applaus.

Dritter Comedian war der Freiburger Autor Thomas Spitzer (29), der auch als Poetry Slammer bekannt ist. Nach dem erneut sehr guten Zuspruch ist sich Jakobiner-Präsident Kieber sicher: Diese Comedy-Veranstaltung soll zum festen Bestandteil des Bretzenheimer Jahreskalenders werden.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.