Um künstlerisch dargestellte Vögel dreht sich die Ausstellung in der Walpodenakademie im Bleichenviertel. Foto: Ralph Keim

MAINZ – In der Walpodenakademie in der Neubrunnenstraße ist noch bis zum 14. Mai eine interessante Gruppenausstellung zu sehen. Dabei geht es um das, was es praktisch überall gibt, was die meisten Menschen zumindest in der Stadt allerdings als so selbstverständlich ansehen, dass sie ihnen kaum Beachtung schenken. Es sei denn, sie lassen was ausgerechnet auf den Lack des schönen Autos fallen. Die Rede ist von der Vogelwelt.
Tauben, Amseln und Spatzen – das sind die Vögel, die in der Stadt vorherrschen. Doch die Vogelwelt ist selbstverständlich wesentlich vielfältiger. Und wer in der halbwegs freien Natur außerhalb der dichten Wohnbebauung einmal genauer hinhört, ist vom Gezwitscher der Vögel sofort eingenommen. Und solches Gezwitscher ertönt derzeit in der Walpodenakademie, auch wenn es nur von der Schallplatte kommt.

Denn der Mainzer Kunstverein Walpodenstraße präsentiert zurzeit originelle künstlerische Beiträge von mehr als 20 Künstlerinnen und Künstlern rund um die Vogelwelt in all ihren Erscheinungsformen. Und da passt als Hintergrund munteres Vogelgezwitscher bestens, das über an der Wand hängende Kopfhörer noch intensiver wirkt.

Ob das süße Entchen im Teich, das gackernde Huhn, die fliegende Taube oder der rosarote Flamingo im Teich, ob großformatig oder eher auf Postkartengröße – die Interpretationen sind so vielfältig wie die Künstler selbst. Manchmal wirkt der Vogel surrealistisch verfremdet, dann wieder fast kindlich naiv, dann wieder absolut lebensecht. Sogar einige künstlerisch verfremdete Vogelskelette sind ausgestellt. Es war den Künstlern überlassen, wie sie das Thema angingen – das Ergebnis ist eine bunte Schau, die immer wieder neue Aspekte offenbart, je intensiver man sich mit den ausgestellten Werken beschäftigt.

Dem Motto der Ausstellung entsprechend ist auch das Schaufenster der Walpodenakademie dekoriert. Die Utensilien tun zwar mitunter dem Auge wehr, weil so kitschig, doch das ist von den Machern der Ausstellung, die sich zum Teil hinter Pseudonymen wie Dr. Proll, Miss Tulla und Brandstifter verbergen, so gewollt. Das erregt Aufmerksamkeit bei den hier im Bleichenviertel zahlreich vorbeigehenden Passanten und die hat die Ausstellung auch verdient.

Die Ausstellung in der Walpodenakademie, Neubrunnenstraße 8, ist bis 14. Mai jeweils montags von 18 bis 20 Uhr beziehungsweise nach persönlicher Vereinbarung unter www.walpodenakademie.de zu sehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“