Wie man aus Tetra-Packs eine leuchtende, sich im Metall spiegelnde Installation zaubert, zeigte Helmi Wuest. Foto: Helene Braun

Ebersheim – Im Chaos explodiert, was einmal eine Blumenwiese gewesen sein mag. Helmi Wüst liebt es in ihrem künstlerischen Schaffen, vorhandene Bilder zuweilen auch zu übermalen, doch ist das nicht das einzige Besondere, was die Ausstellung zum zehnjährigen Bestehen des Kunstkreises „Indigo“ zu bieten hatte. Kreatives Chaos lautete diesmal das Thema in der Feierscheier in Ebersheim. Vorstandssprecherin und Mitgründerin Helmi Wüst sagte: „Wir wollen die individuelle künstlerische Entwicklung der 19 Teilnehmer innerhalb der letzten zehn Jahre in den Mittelpunkt stellen.“ Adorno habe gesagt: Die Aufgabe von Kunst ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.

Die meisten der Gründungsmitglieder kennen sich aus einem VHS-Kurs, den Claudia Welte-Jzyk hielt, und wenn es mal nicht so recht weitergehen wollte, inspirierten sich die Teilnehmer gegenseitig mit dem Spruch: „Nimm doch noch etwas Indigo“. Das wurde bald zum geflügelten Wort in der Gruppe und stand Pate bei der Namensgebung des anschließend gegründeten Kunstkreises.

In der bunten Mischung aus verschiedenen Kunstwerken der Ausstellung hat sich Helmi Wüst auch der Installation gewidmet. Eine Installation aus Pappkartons verschiedener Herstellerfirmen symbolisiert hier die „Bausünden“ in Mainz. Wie man aus Tetra-Packs eine leuchtende, sich im Metall spiegelnde Installation zaubert, zeigte Wüst mit – so scheint es – unendlich vielen Teelichthaltern eindrucksvoll.

Claudia Welte-Jzyk, die persönlich bei der Vernissage nicht dabei sein konnte, die einstige Lehrerin der Gruppe, ist immer noch Mitglied und machte durch ihre Werke auf sich aufmerksam, die im Aquarell den Verfall eines Gebäudes in Nahaufnahme thematisierten und wie sich die Natur ihr Terrain zurückerobert.

Ursula Fischers Blumenbilder entfalten eine wunderbare Nonchalance. Foto: Helene Braun

Den gemalten Blumenstrauß auf einem der duftigen Aquarelle hat Ursula Fischer „live“ in echten Blumen dem Bild gegenübergestellt. An Lebendigkeit übertrifft der echte Strauß das Abbild keineswegs. Ihre Blumenbilder entfalten eine Nonchalance, die auch das Unvollkommene einer lebendigen Pflanze berücksichtigt.

Bei Ilse Weber drückt sich die Kraft der Elemente in zwei stürmischen Aquarellen, „Zwischen den Meeren“, aus. Um das Segeln und die See dreht sich alles bei Angelika Pieroth in zarten Farben. Kerstin Beuster wartete mit sehr schönen, aufwendig gearbeiteten Patchworkbildern auf. „Waldspaziergang“ heißt ein Wandteppich, in Grüntönen sieht man in den Quadraten die Pflanzen und Früchte des Waldes. Und er hat so was schon gesehen? Das eigene Konterfei in „Nadelmalerei“.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.