Als das Feuer schließlich brannte, konnte man nicht nur die Atmosphäre genießen, sondern auch die Wärme, die es spendete. Foto: Helene Braun
Gerhard Wenderoth zündete das Osterfeuer an. Foto: Helene Braun

Hechtsheim – Recht kühl wurde es gegen Abend und als Gerhard Wenderoth mit etlichen Helfern das Feuer in der Dämmerung entzündete, wurde es den Familien nicht nur ums Herz warm. Hier in der freien Natur und bei Bedarf geschützt durch die große Gerätehalle von Winzer Bernhard Stenner, hatten die Freien Wähler unter Vorsitz von Wenderoth bereits zum fünften Mal zum Osterfeuer geladen. Gekommen waren den Nachmittag über rund 350 Gäste seiner Schätzung nach, etwas weniger als im Vorjahr. Daran mochten das Mainz 05-Spiel und die noch nicht ganz frühlingshaften Temperaturen einen Anteil haben. Wenderoth erhoffte sich weiteren Zuspruch nach dem Event in der Opel-Arena.

In der Halle sorgten zwei Harxheimer Musikanten für Live-Musik, leckere, deftige Speisen und Getränke mit und ohne Alkohol stärkten die Besucher. Viele nutzten das immerhin trockene Wetter für einen Osterspaziergang entlang der Militärstraße und kehrten anschließend bei den Freien Wählern und dem Weingut Bernhard Stenner ein. Wenderoths zehnjährige Tochter Vicky hatte sich als Stockbrotbeauftragte für die Kids zur Verfügung gestellt, die eifrig am kleinen Feuer dabei waren, die Grundelemente des Stockbrotröstens zu erkunden und sich daran zu stärken. Vicky: „Ich gebe den Kleinen Tipps und kümmere mich darum, dass alles Nötige vorhanden ist, das Holz, das Brot, und dass das Feuer nicht ausgeht.“

Nur einen einzigen Wermutstropfen gab es, wovon die Gäste allerdings nichts merkten. Wenderoth: „Wir sind froh, dass die Stadtverwaltung das Osterfeuer der Freien Wähler noch einmal genehmigt hat.“ Die Freien Wähler hatten sich über die Genehmigung des Osterfeuers für den Ostersonntag gefreut, entnahmen aber der Antwort des Grün- und Umweltamtes, dass dies in Zukunft eventuell nicht mehr genehmigt würde.
„Wir wünschen uns hier klare, eindeutige Antworten der Verwaltung, ob Osterfeuer in Zukunft noch möglich sind oder es sich um eine Ermessensentscheidung handelt, bei dem der Veranstalter immer um die Genehmigung zittern muss“, so Wenderoth. Die Begründung, Osterfeuer seien traditionell am Ostersamstag ließ er nicht gelten. „Das ist von Region zu Region unterschiedlich. Es ist ein jahrhundertealter Brauch und wir wollten keine Konkurrenz für die katholische Kirchengemeinde darstellen, die es samstags nach dem Abendgottesdienst entzündet.“

Sorgen macht sich der Vorsitzende des Freien Wähler um den Ortskern in Hechtsheim. Schon längst hatte er ein Gesamtkonzept im Ortsbeirat angefordert, denn, so ist Wenderoth sicher: „Wenn die Aufenthaltsqualität nicht erhöht wird, werden wir in fünf Jahren keine inhabergeführten Läden mehr haben.“ Sollte eine Einbahnregelung die Lösung sein? „Zumindest könnten wir es probieren“, so Wenderoth.

Teilen