Die englische Musik aus dem frühen 20. Jahrhundert kam bei den 200 Zuhörern prima an. Foto: Oliver Gehrig

KOSTHEIM – Festliche klassische Musik schallte am letzten Sonntag im März durch die Kostheimer Pfarrkirche St. Kilian. Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens gab dort das aus 35 Musikern bestehende Kilian-Ensemble Mainz-Wiesbaden ein klassisches Konzert mit Musik des frühen 20. Jahrhunderts aus England, das bei den rund 200 Zuhörern in der gut gefüllten Pfarrkirche gut ankam. Auf die Geschichte des Kilian-Ensembles ging zunächst der Gründer und organisatorische Leiter Thomas Niklaus ein. „Im Februar 2008 kamen acht Bläser im Ferrutiushaus zusammen, um ein vielfältiges Repertoire von der Barockmusik bis zur Moderne zu erarbeiten und aufzuführen“, berichtete er. „Schon wenige Jahre später ist daraus ein ganzes Ensemble geworden.“

Das Konzert am Sonntag unter Leitung von Benjamin Mades-Steinborn startete mit dem bekannten Werk „Pomp and Circumstance Nr.1“ von Edward Elgar. Es ist heute allgegenwärtig aus dem alljährlichen Konzert „Last Night of the Proms“. „Der Mittelteil ist längst zur inoffiziellen Nationalhymne Englands geworden“, erläuterte die Moderatorin des Konzerts, Musiklehrerin Britta Borgstädt vom Peter-Cornelius-Konservatorium. Die 35 Musiker – Holz- und Blechbläser plus Schlagwerk – harmonierten prächtig und bewiesen, dass sie sich auf diesen Nachmittag in umfangreichen Proben sehr gut vorbereitet hatten. Weiter ging es mit „The Courtly Dances“ aus „Gloriana“ von Benjamin Britten. Dieses Stück war das Auftragswerk zur Krönung von Queen Elisabeth II. 1953. „Das ist dieselbe Königin, die wir heute noch kennen“, witzelte Britta Borgstädt. Mit dem Traditional „Greenslaves“ und der First Suite in Es von Gustav v. Holst ging es weiter, bevor der „Children’s March“ von Percy Aldridge Grainger das rund einstündige Konzert beendete. Der Eintritt war frei, um eine Spende wurde gebeten. Der Erlös fließt in die musikalische Arbeit. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, zitierte Thomas Niklaus dazu das fünfte Buch Moses. Im Anschluss gab es einen Umtrunk in der benachbarten Gaststätte „Zum Engel“ am Kostheimer Mainufer.

Das zur Kirchengemeinde gehörende Kilian-Ensemble besteht zurzeit aus 35 Musikern im Alter von 20 bis 60 Jahren. Die Bläser stammen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet sowie aus Frankfurt, dem Odenwald und der Mosel. Verstärkungen wünscht sich Thomas Niklaus noch bei den Instrumenten Klarinette, Horn und Tuba, teilte er im Gespräch mit der Lokalen Zeitung mit. Die Proben sind rund zweimal im Monat montags von 19 bis 21.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Kilian. Das Ensemble hat rund drei Auftritte im Jahr. Im Mai gibt es einen Auftritt bei einem Dankgottesdienst im Petersdom in Rom. Am Sonntag, 28. November, folgt das nächste Highlight: die Queen-Symphony gemeinsam mit dem Gesangverein Harmonie und dem Projektchor 2000 aus Taunusstein um 17 Uhr im Kostheimer Bürgerhaus. Glanzlichter in den vergangenen Jahren waren ein Auftritt bei „Rhein in Flammen“ an der Loreley, ein Konzert bei der Buga in Koblenz sowie internationale Auftritte in Prag, Gent, Straßburg und Brüssel. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kilian-ensemble.de.

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.