Die Kinder werden in ihrem Wunsch nach Trost im Koerperkontakt ernst genommen. Foto: red

Hechtsheim/Nieder-Olm – 2015 startete bei den Rheinlingen und Selzlingen in Kooperation mit Sonja Wermbter – Fortbildungs- & Trainingszentrum – FTZ-Babytragen Mainz und Jutta Pipper – Beratungspraxis/Schreiambulanz Ingelheim das dreijährige Pilotprojekt „Tragen von Kindern in Betreuungseinrichtungen“. Ziel ist die Etablierung eines bedürfnis- und bindungsorientierten Arbeitens in Kindertagesstätten. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das hinreichend gesättigte Bedürfnis der Kinder nach Begleitung führt zu einem verstärktem Bindungsaufbau, der ihnen Sicherheit und Stabilität in Betreuungseinrichtungen gibt. Zudem werden sie in ihrem Wunsch nach Trost im Körperkontakt ernst genommen. Ende Januar wurde das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht.

Auch für das pädagogische Fachpersonal ist der Nutzen enorm. Die Tragehilfen entlasten den Rücken und ermöglichen gerades Stehen. Eine breite Auswahl an Tragehilfen erlaubt jeder Fachkraft ein auf das eigene Handling geeignete Modell zu finden. Zudem bleiben den pädagogischen Fachkräften freie Hände für andere Kinder oder Tätigkeiten, während sie die Kinder sicher am Körper tragen.

Die Tragehilfen stellen eine große Erleichterung im Alltag dar. So ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bei Ausflügen weitaus einfacher als mit sperrigen Kinderwägen. Auch sehr lebhafte Kinder können gefahrlos bei Spaziergängen dabei sein. „Im integrativen Bereich, haben wir ein Mädchen mit erhöhter Muskelspannung, das sich viel schneller in der Tragehilfe entspannen kann. Andere Kinder fragen bereits danach. Sie beruhigen sich sehr leicht darin und gerade die kleineren Kinder können entspannt einschlafen“, freut sich Gihan Trenner, Bereichsleitung Kindertagesstätten.

Sonja Wermbter stellte das Projekt im Vorfeld bei zahlreichen Firmen vor und warb dabei um Unterstützung. Ein beachtlicher Anteil an Geldspenden wurde durch die Aktivitäten der Trageschule gesammelt. Die Gelder wurden für die Anschaffung weiterer Tragehilfen eingesetzt. Hinzu kamen die große Unterstützung beider Projektpartnerinnen bezüglich Teamschulungen, Elternabende und die enge Begleitung des Teams und der Eltern zur Einführung und Handhabung der Tragehilfen. „Wir freuen uns sehr über das hohe Engagement von Sonja Wermbter und Jutta Pipper in diesem tollen Projekt“, sagt Michael Huber, Geschäftsführer der in.betrieb gGmbH, „mit Menschen wie ihnen lassen sich innovative Ideen verwirklichen, die am Ende dem Wohlsein unserer Kinder dienen.“

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