Dorothea Schäfer: „Es muss ein Gesamtkonzept geben mit kleinen Umgehungsstraßen in den Ortschaften.“ Foto: Helene Braun

Nieder-Olm – Stefan Kneib erinnert sich noch an die Zeit vor 35 Jahren, als er mit dem Bus über die Rheinhessenstraße nach Mainz zur Schule fuhr. „Seitdem hat sich nichts geändert“, sagte er bei der Podiumsdiskussion „Quo vadis, Rheinhessenstraße“, zu der die CDU Nieder-Olm sowie die CDU-Stadtbezirke Hechtsheim und Ebersheim Gäste aller betroffenen Gemeinden geladen hatten. Das Jean-Metten-Zimmer in der Eckes-Halle war voll. Unter Leitung von Mainzer Stadtratsmitglied Klaus Hafner taten weiter Dorothea Schäfer, CDU-Kreisvorsitzende, Landtagabgeordneter Gerd Schreiner, Thomas Barth, MdL, die Ortsbürgermeisterin von Klein-Winternheim, Ute Granold, und Franz Jung, Ortsvorsteher von Hechtsheim, ihre Meinung dazu kund. In einer Sache waren sich alle einig: „Es muss endlich etwas getan werden.“

Schon lange ist die Straße, von der Landrätin Dorothea Schäfer sagte, sie heiße so, weil sie ganz Rheinhessen betreffe, in der Diskussion um verschiedene Varianten des Ausbaus. Ute Granold, in Klein-Winternheim nicht direkter Anlieger, sieht das Problem aber genauso im Mainzer Ring. Sie will den Verkehr großräumig betrachtet sehen. Dorothea Schäfer sagte: „Es muss ein Gesamtkonzept geben mit kleinen Umgehungsstraßen in den Ortschaften.“ Franz Jung sieht erst mal die Hechtsheimer Probleme: „Bei größeren Veranstaltungen auf dem Messegelände ist der Verkehr am Ende. Es kann nicht sein, dass man meint, den Verkehr über Wirtschaftswege ableiten zu können.“
Gerd Schreiner stellte die Lösungsmöglichkeiten vor und riet dabei, groß zu denken. Was Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) bevorzuge, wie er erläuterte, die Straße zweispurig zu belassen, vielleicht etwas breiter, vielleicht mit einem Wirtschaftsweg, hält er für zu kurz gedacht. Schon heute klagen die Ebersheimer Berufspendler, sie müssen früher zur Arbeit zu fahren des Verkehrs wegen, der wie Schäfer wusste, verschiedene Stauqualitäten aufweise.“ Eine gute ÖPNV-Abbindung nütze nichts, wenn der Bus ebenso im Stau stehe. Und auch wenn die Verbandsgemeinde Nieder-Olm nicht an der Rheinhessenstraße liege, wusste Kneib: „Sie ist eine der Zufahrtsstraßen zum Großzentrum Mainz.“ Er prophezeite: „So lange wir nicht vierspurig über die Schiersteiner Brücke fahren können, funktioniert auch der Mainzer Ring nicht.“ Harxheim, dem die Sanierung der L 425 bevorsteht, fürchtet noch mehr Durchgangsverkehr in den nächsten Jahren. Hier hat sich eine BI gegründet.

Für die „vernünftige Lösung“ hält Gerd Schreiner den vierspurigen Ausbau mit einem zusätzlichen Wirtschaftsweg. Anhand einer Präsentation machte er klar, dass „der gefühlte Zustand auch den Zahlen“ entspreche. Und er kritisierte: „LBM und die zuständigen Ministerien kommen nicht zu Potte.“ Für den Kontenpunkt Töngesstraße/L425 besprach man die Lösung eines Kreisverkehres und die Einrichtung eines Park-and-Ride-Platzes. Vorrangig aber müsse man „einen Korridor für Infrastruktur schaffen mit ausreichender Breite für eine gesunde Entwicklung aller Orte, die an dieser Straße sind“, so Schreiner.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.