Nein, Elvis ist nicht der King of Meenz, finden die „Eisbären“ der EBG. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Gonsenheim – „Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen.“ Das Publikum fällt sein Urteil vor dem Finale der letzten der neun Sitzungen der „Eiskalten Brüder Gonsenheim“ unter lautem Beifall. Zum Jubiläum präsentieren sich die „Eiskalten“ in allerbester närrischer Verfassung. Die „Laudatio“ und damit die Vortragsreihe eröffnen Rudi Lucas und Guido Heddergott. Was erwartet die Mainzer Narren in der kommenden glorreichen Geschichte der Eiskalten?

Obermessdiener und Sitzungspräsident Andreas Schmitt konvertiert zu den Weight Watchers“, „alle 11 Minuten verliebt sich ein Mainzer Fahrer in Verkehrsdezernentin Katrin Eder und „der Wiesbadener wird nicht mehr der Depp der Nation sein“. Der neugewählte Vereinspräsident der „Eiskalten“, Bert Christmann, ruft den über Jahrzehnte wachsenden Erfolg des Vereins in Erinnerung, der seine Wurzeln in der Wirtschaftsfastnacht hat. „Es ist eine Ehre für uns, Fastnacht für sie zu machen“. Gerd Emrich witzelt über die autonome Mobilität: Das Auto ist ohne ihn in den Urlaub gefahren.

Das Publikum lacht über die „Zwei Kellner“ Frank Brunswig und Julian Seitz: „Da bin ich ein echter Steinbock.“ – „Ich dachte, du wärest ein Fisch, bei dem, was du alles vor dich hinblubberst?“ Begeisterung entfacht die „Chefhostess der Landeshauptstadt Mainz“, die Grande Dame unter den „Eiskalten Brüdern“, Sabine Pelz, und bietet eine Führung durch das Mainzer Rathaus an: „Geld ist nicht Gott, aber gut investiert, wird unser Rathaus schön saniert“. Natürlich darf der schon erwähnte Sitzungspräsident der Eiskalten nicht in der Bütt fehlen: wie immer wortgewaltig.
Mit dabei: Marcus Schwalbach („Gardist“), Bernhard Knab („Deitsche Michel“) und Svenja Heigert mit Hans Walter Sans. Sans und später den Regisseur Carsten Sommer ehrt der Verein für ihre Verdienste.

Der Narr singt bekanntlich gern. Das wissen die Macher der Gunsenumer Fastnacht und schicken „Paco und Paco“ (Christian und Gerhardt Carra) auf die Bühne, gefolgt vom aberwitzigen Auftritt des Quartetts „Die eiskalt‘ Dorfmusik“ und den Damen der Gruppe „Spinatwachtele“. Die Letzteren gratulieren zum 125-ten und bekennen: „Ach, was ist es so schee, die Domspitze im Mondschein zu seh`“. Als Thorsten Ranzenberger das Lied „Ich wär so gerne Schwellkoppträger“ anstimmt, stürmen tatsächlich die originalen Schwellköpp` die Bühne. Dieses Jahr zum ersten Mal mit Jugendlichen, die kleinere Versionen der großen Vorbilder auf den Schultern tragen. Herrlich, die Fastnacht hat Nachwuchs bekommen. Fantastisch der Auftritt der „Eisbären“, die gesanglich den „King of Meenz“ suchen.

Eine Augenweide ist die getanzte Fastnacht bei den „Eiskalten“ mit dem Ballett „Fairytales“ und der faszinierenden Darbietung der Showtanzformation „Fantasy“. Die Gründungsväter der „Eiskalten“, die bei der Gründung vergessen haben sollten, den Ofen nachzuheizen, wodurch der Vereinsname entstand, müssen bei Gott Jokus ziemlich stolz auf die Nachfahren sein.

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