Mächtig Stimmung machten die vier Schnatterbixe. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Lustig, lustiger, Schnattergänsjer: Eine hervorragende Kostümsitzung erlebten rund 500 Närrinnen in der proppenvollen TSG-Halle bei der 6. Frauensitzung der Bretzenheimer Schnattergänsjer. „Die Mädels sind doch fesch und schee/ hier im Saal der TSG“, bemerkte die gut aufgelegte Sitzungspräsidentin Anna Kusche, die charmant und wortgewandt durch die Sitzung führte, zu Beginn. Bei diesem vierfarbbunten Mix aus Musik, Tanz und Vorträgen kamen alle Närrinnen voll auf ihre Kosten. Besonders hervorzuheben ist, dass die Schnattergänsjer dabei ausschließlich auf eigene Akteurinnen und auf Fastnachter der befreundeten Bretzenheimer Vereine setzen.
Übrigens waren auch einige Männer mit von der närrischen Partie: Markus Kieber, Präsident der Jakobiner, erschien als „goldisch Bobbelche“ und hatte beim Lied „Ich wünsch‘ mir einen kleinen Teddybär“ die Lacher auf seiner Seite. Passend dazu hatte er nicht nur einen kleinen, sondern sogar zwei große Teddybären dabei. Ohne Zugabe durfte der nicht von der Bühne. Stimmungslieder präsentierte Sänger und Gitarrist Helmut Geibel, der schmetterte: „Wisst ihr, was uns Freude macht/ das ist unsere Meenzer Fassenacht!“ Er lud zum Mitklatschen ein und bekannte: „Ich wär‘ gern Sitzungspräsident in Mainz am Rhein!“ Klassiker wie „In Mainz am schönen Rhein“ spielte der Musikzug der Jakobiner (Leitung: Kevin Klotz). Ein Highlight war der Auftritt der Schnatterbixe. Die vier Komiteemitglieder fuhren im „City-to-see-Bus“, auf Deutsch „City-Tussi-Bus“, durch die Stadt, wobei eine Stadtführerin auf originelle Art einer französischen, einer russischen und einer englischen Touristin die Fastnacht erklärte. Dabei schmetterten die Vier Klassiker wie „Heile Gänsje“, „Humba täterä“ und „Im Schatten des Doms“ und auch die 500 Närrinnen im Saal stimmten gerne mit ein – wunderbar.
Politische Spitzen verteilte Gabriele Klein, die Chefin des Protokolls. „Jamaika ist jetzt, was es war/ ein Inselstaat und arm sogar.“ Sie kümmerte sich auch um die lokale Verkehrspolitik: „Die Mainzelbahn, die hat’s erreicht/ dass jed‘ Auto durch den Ort nun schleicht.“ Urkomisch war das Zwiegespräch von Andrea und Ilka Ewald. „Passt wirklich auf, geht nicht allein/ meine Tochter macht grad den Führerschein“, verkündete Andrea Ewald. „Da ich die einzige Tochter bin/ ist doch wohl ein Porsche drin“, antwortete Ilka Ewald. Der Fahrlehrer verkroch sich während der Stunden sicherheitshalber hinter dem Sitz. Als „Cat Woman“ erschien Ursula Krämer. Sie ließ das Publikum einen Eid schwören.

Auch die Freunde der getanzten Fastnacht hatten ihren Spaß. Tolle farbenprächtige Kostüme präsentierten die CKV-Dance-Kids (Leitung: Miriam Laux). Sie ließen zu „Heaven is a Place on Earth“ von Belinda Carlisle die Beine nur so fliegen. Tosenden Beifall gab es für die 13 bayrischen Rocker vom BIM-Männerballett, die zu „Jump“ von Van Halen über die Bühne wirbelten. Da hatten alle mächtig Spaß.

Ein Hingucker war der Auftritt der CKV-Dance-Kids. Foto: Oliver Gehrig

Wer war noch dabei? Regina Ebert „auf Pilgerfahrt“, Reni Beck mit „Deutschland sucht den grauen Star“, Ute Schreiner als „Lisbeth Labermaier“, Hiltrud Fuhrmann als „die, die sich immer uffrecht“ und Uli Sersch als „Meenzerin auf Klassentreffen“. Akrobatik präsentierten die Klinikathleten, Musik Sänger Kevin Wagner und Tanz die Astronauten vom Jakobiner-Männerballett. „Tratsch am Gänsmarkt“ lautete der Titel des Zwischenspiels. Mit dem Finale der Schnatter-Sisters endete die gelungene Bretzenheimer Sitzung.
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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.