Obelix tanzte bei den Klinikathleten mit. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Unter dem Motto „Das größte Glück auf Erden – Jakobiner sein, Jakobiner werden“ ging jetzt die vergnügliche Fastnachtssitzung in der bereits lange im Voraus ausverkauften TSG-Halle über die Bühne. Dabei gaben die Jakobiner richtig Gas und sorgten für einen unterhaltsamen Abend, bei dem alle Narren voll auf ihre Kosten kamen. Nach dem Einzug des Musikzugs (Stabführung: Kevin Klotz) und des Komitees begrüßte der bestens aufgelegte Sitzungspräsident Markus Kieber sein Publikum. „Skier anschnallen ist nicht notwendig“, witzelte der angesichts des Schneetreibens vor der Halle. Nachdem Ehrenjakobiner Egon Schaubruch ein Lied über das Älterwerden gesungen hatte, war Protokollerin Gabriele Klein die erste Rednerin in der Bütt. Die Fake News und die fehlende Regierung waren Themen, und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekam von der Protokollerin die Leviten gelesen. Klein: „Sie weiß bis heut‘ nicht, was sie besser machen könnte/ und wäscht in Unschuld ihre Hände!“

Dass es den Jakobinern um den Nachwuchs nicht bange sein muss, machte das jugendliche Geschwister-Duo Sarah und Jan Tüttenberg (12 und 10 Jahre) deutlich. Ihr witziger Vortrag über die jüngsten Familienurlaube begeisterte die Narren im Saal. Der Vater hat im Süden stets Probleme mit der Sonne. „Hauttyp 1, mehr muss ich nicht sage‘/ es erübrigt sich jede weitere Frage!“ Und die Mutter unternimmt gerne Städtetrips – aber alles zu Fuß. Und dann noch das Klima: „Da, wo wir Urlaub mache‘, ist das Wetter immer beschisse‘!“ Für diesen humorvollen Beitrag der Jakobiner-Geschwister gab es stürmischen Applaus. Herausragend ist auch in dieser Kampagne Helmut Schlösser als „Gott Jokus“, der die neue „Turbo-Fassenacht“ als „Narretei to go“ geiselte. Seine Bilanz der gescheiterten Jamaika-Sondierung: „Ohne die FDP und die Grünen hätte es klappen können, wenn die CDU und die CSU nicht dabei gewesen wären.“ Uiuiuiuiuiuiui. Weitere Redner waren Alfons Kirch als „Bleed Boy“, Hiltrud Fuhrmann als „Die Anner von de Mosel“ und Beate Dietz, die über ihren „alten Sack“ referierte.

Als „Gott Jokus“ brillierte Helmut Schlösser. Foto: Oliver Gehrig

Mächtig Stimmung machten Thomas Neger und seine Humbas mit dem rockigen „Wenn Margit singt“. Als Zugabe kam „Im Schatten des Doms“. Der Musikzug der Jakobiner spielte „In Mainz am schönen Rhein“ und „Meenz bleibt Meenz“. Herausragend waren die Bockius-Brüder Andreas und Matthias Bockius, die sich als Blues Brothers dem Thema „Baustellen“ annahmen. „Katrin, komm‘ bau‘ mir ne Baustell‘“, so ihr gesungener Appell an Verkehrsdezernentin Katrin Eder, zu dem sie wild über die Bühne wirbelten. Ein Musikmedley hatten die früheren Mainzer Hofsänger Hennes Schneider und Dieter Kral als Gesangsduo „Hey di Meenzer“ parat.

Bockstark waren die Bockius-Brüder als Blues Brothers. Foto: Oliver Gehrig

Auch die Freunde der getanzten Fastnacht kamen auf ihre Kosten. Die Klinikathleten (Leitung: Lothar Schlömer) bauten wieder menschliche Pyramiden. Auch Asterix und Obelix machten mit. Als Astronauten wirbelte das JMB-Männerballett (Leitung: Tanja Kieber und Anne-Marie Wessa) über die Bühne. Die Showtanzformation Reloaded (Leitung: Michelle Stumpf) hatte sich das Thema „Flaschengeist“ ausgesucht. Tolle Hebefiguren und Salti zeigte der SAV Laubenheim (Leitung: Martina Reinhardt). Dazu gab’s 90er-Jahre-Hits wie den „Mambo No. 5“. Mit dem gesungenen Finale von Hennes Schneider und Dieter Kral endete die gelungene Sitzung.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.