Ortsvorsteher Rainer Meier möchte einen Amöneburger Wochenmarkt am Opaplätzchen errichten. Foto: Oliver Gehrig

AMÖNEBURG – Die Jugendhilfeeinrichtung Antoniusheim GmbH, eine hundertprozentige Gesellschaft des Caritasverbandes Rheingau-Taunus, möchte eine Zweigstelle in der Amöneburger Dyckerhoffstraße errichten. Im Visier hat sie das leerstehende ehemalige Pfarrhaus, in dem eine gemischte Wohngruppe unterkommen soll, sowie das benachbarte unbebaute Gelände, auf dem ein Gebäude mit weiteren zwei gemischten Wohngruppen entstehen soll. Pro Gruppe ist Platz für neun Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien, die von jeweils fünf Pädagogen betreut werden. Außerdem sollen vier Appartements zum Wohnen errichtet werden. „Das Ziel ist, Kinder und Jugendliche zurück in die Familien zu bringen oder sie zu verselbstständigen, um so eine Perspektive aufzubauen“, erläuterte Andreas Müller, der Leiter dieses Jugendhilfeverbundes, jetzt im Ortsbeirat. „Die Besonderheit ist, dass wir auch für die Unterbringung unbegleiteter Flüchtlingskinder und Jugendlicher zuständig sind.“ Eine entsprechende Bauvoranfrage für die Dyckerhoffstraße sei positiv beschieden worden, sagte Müller.
„Zwei Bauvoranfragen zur planungsrechtlichen Zulässigkeit liegen vor“, bestätigte Jürgen Thösen vom Bauaufsichtsamt. „Aus Sicht der Stadtplanung und der Bauaufsicht gibt es keine Bedenken.“ Auch die Seveso-Richtlinien stünden dem nicht entgegen. Bei der Abwägung für ein solches Areal spiele stets die spätere Nutzung die entscheidende Rolle. Einige Bedenken hatte jedoch der Ortsbeirat. Es gebe schon einige Probleme mit Jugendlichen am Haus der Vereine, bemerkte Alexander Stritter (CDU). „Es wird nicht besser.“ Es sei noch nichts entschieden, relativierte Ortsvorsteher Rainer Meier (SPD). „Wir sollten erst einmal Informationen einholen.“ Der Antoniusheim GmbH sei es ein wichtiges Anliegen, gut mit den Anwohnern klarzukommen, betonte Müller. „Unsere Kinder und Jugendlichen sind nicht krimineller als andere.“

Ortsvorsteher Meier gab einen kurzen Ausblick aufs laufende Jahr. Im März entsteht eine zusätzliche Wohneinheit an der Wiesbadener Landstraße. Der geplante Amöneburger Wochenmarkt soll am Opaplätzchen entstehen. Ebenso soll dort in der Vorweihnachtszeit wie früher ein Christbaum aufgestellt werden. Es fehlt noch der Stromanschluss. Zur Sanierung des schlammigen Weges zum Dr.-Klaus-Dyckerhoff-Haus sollen eventuell Mittel des Ortsbeirates eingesetzt werden.
Der Ortsbeirat vergab am Ende der Sitzung einige Finanzmittel: Die Ortsverwaltung erhält eine Jahrespauschale von 1000 Euro für die Bepflanzung des Ehrenmals und für Ehrungen. Der Ortsbeirat bezahlt auch die Stromkosten für den Jugendraum im Dyckerhoff-Haus, die rückwirkend für die vergangenen drei Jahre 700 Euro betragen. Die Zugleitung des AKK-Umzuges erhält ebenso 500 Euro wie der Cyperuspark für seine geplante Dachsanierung des Vereinsheims.

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.