Rolf Wulf (rechts) wurde von Florian Hahn offiziell ins Amt des neuen Sitzungspräsidenten eingeführt. Foto: Ralph Keim

KASTEL – Ein Muttersöhnchen, eine Hostess, ein Altstadt-Adliger, ein Rom-Reisender und viel mehr – die Sitzung der Kasteler Ratschenbande, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, ließ keine Wünsche offen. Das prall gefüllte Programm begeisterte die Besucher im Bürgerhaus von Beginn an. Und es gab eine offizielle Personalie.
Denn nach dem Einzug des Komitees, begleitet von den Aktiven der Jugend- und Showband der „Castellum Music & Show“, zog Rolf Wulf mit seinem messerscharfen Protokoll Bilanz der vergangenen Jahre. Dabei bekam US-Präsident Donald Trump genauso sein Fett ab wie die politischen Dauer-Sondierer in Berlin.

Nach seinem letzten Vers blieb Wulf auf der Bühne und wurde von Ratschenbande-Präsident Florian Hahn mit der Übergabe von Schelle und Kette in das Amt des Sitzungspräsidenten eingeführt. Rolf Wulf löst Matthias Bott ab. Danach ging es auf der Ratschenbande-Rostra Schlag auf Schlag weiter.
Als Muttersöhnchen, das jetzt sogar online ist und im Netz eine Partnerin sucht, brillierte der unnachahmliche Frank Böhme. Selbstredend, dass er von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert und am Schluss doch bei Mutti bleibt. Auch Sabine Pelz, die als Mainzer Chefhostess aus dem Nähkästchen plauderte und wortgewandt aus dem sanierungsbedürftigen Fuchs-Bau berichtete, hatte von Anhieb die Sympathien des Publikums sicher. In Mainz ist Sabine Pelz seit vielen Jahren eine sichere Bank in der Bütt. Aber es war ihr erster Auftritt bei der Ratschenbande.

Florian Neumann als Domina, Jochen Behrendt als Mainzer Altstadt-Adliger und der für seine theatralischen Gesten bestens bekannte Hansi – Hobbes – Greb als Rom-Urlauber sorgten bei den Rednern ebenfalls für Begeisterungsstürme im Bürgerhaus.
Selbstverständlich gab es bei der Ratschenbande auch mächtig was auf die Ohren: Dieter Meisenzahl als Stimmungssänger durfte dabei ebenso wenig fehlen wie Julia Döring als weibliches Pendant. Die famosen Altrheinstromer aus Ginsheim brillierten mit einem gesungenen Bericht von der Partnersuche im Internet, während die NoNames aus Bischofsheim die Sitzungsbesucher aus der Pause in die zweite Sitzungshälfte holten und auf Anhieb den Stimmungspegel in die Höhe schnellen ließen. Die Humbas um Thomas Neger sorgten schließlich für das grandiose Finale der Ratschenbande-Sitzung. Zahlreiche Ballettgruppes setzten optische Ausrufezeichen und begeisterten besonders die Männer unter den Sitzungsbesuchern.
Bei der am 15. Januar 1993 auf Initiative von Florian Hahn gegründeten Ratschenbande freut man sich schon auf die Straßenfastnacht. Die Teilnahme am AKK-Umzug am 10. Februar und am Rosenmontagszug am 12. Februar ist für die sympathische Truppe Pflicht.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“