Steht mächtig unter Druck: Oppenheims Stadtbürgermeister Marcus beim offiziellen Neujahrsempfang in der Landskronhalle. Foto: Ralph Keim

OPPENHEIM – Kein Zweifel: Stadtbürgermeister Marcus Held (SPD) steht mächtig unter Druck. Vorwürfe der Untreue, Amtsmissbrauch, Bereicherung und Gescharere stehen im Raum, beschäftigen sogar die Staatsanwaltschaft. Vor diesem Hintergrund gab es dieses Jahr zwei zeitgleiche Neujahrsempfänge – für und gegen Stadtbürgermeister Held.
Die Fürsprecher und Freunde des Stadtbürgermeisters, der bei der Bundestagswahl erfolgreich sein Mandat verteidigte, kamen in der Landskronhalle zusammen, um beim offiziellen Empfang der Stadt auf das neue Jahr 2018 anzustoßen. Die Gegner von Marcus Held hatten zeitgleich zu einem alternativen Neujahrsempfang eingeladen, auch um den Druck auf den Rathauschef zu erhöhen. Das Motto des Empfangs, „Wasser und Brot“, verdeutlichte zudem den Wunsch nach mehr Bescheidenheit und Demut. Ähnlich wie die Gegner des Flughafenausbaus in Frankfurt rufen auch sie zur Montagsdemo gegen Marcus Held auf. Ihre Forderung: Held soll als Stadtbürgermeister zurücktreten.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Landskronhalle stimmte die Band der Musikschule der Verbandsgemeinde nach dem Begrüßungstrunk zunächst musikalisch ein. In seiner Rede ging Stadtbürgermeister Held selbstverständlich auf die Erfolge ein, die man für die Stadt im vergangenen Jahr verbucht habe, allen voran die Eröffnung des Einkaufszentrums Landskron-Galerie sowie die zahlreichen Sanierungsmaßnahmen in der Altstadt.
Vor diesem Hintergrund ließ Held die Kampagne seiner Gegner nicht unerwähnt. Er habe zwar Fehler gemacht, räumte er ein. Aber er habe immer das Wohl von Oppenheim und seinen Bürgern vor Augen. Für die Art und Weise und den Umgangston der Kampagne gegen ihn habe er kein Verständnis, bekräftigte Held. Seinen Gegnern warf er vor, Hass und Verleumdungen zu streuen. Daher appelliere er, zu konstruktiver Kritik zurück zu kehren. Er selbst werde sich auf die wichtigen Projekte konzentrieren, beispielsweise die Fortsetzung der Altstadtsanierung.
Unter den Gästen war auch der ehemalige SPD-Landrat Claus Schick, der ebenfalls an die Gegner des Stadtbürgermeisters appellierte, wieder zur Sachlichkeit zurück zu kommen. Sogar Niersteins Stadtbürgermeister Thomas Günther (CDU) nahm seinen Amtskollegen in Schutz.
Mit der Ehrung zahlreicher Ehrung von ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern ging der offizielle Neujahrsempfang zu Ende, während die Gegner Helds demonstrativ bei „Wasser und Brot“ feierten.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“