Start Editorial_Petermann Die lieben guten Vorsätze

Die lieben guten Vorsätze

Wissen Sie noch, was Ihre Vorsätze für 2018 waren? Es ist doch nur ein paar Tage her. Da schien der gute Wille noch ganz fest verankert, der Vorsatz für das neue Jahr. Aber meist stellt es sich bei der Realisierung als nicht so ganz einfach da. Allein schon das berühmte Beispiel, etwas mehr Bewegung dem gemütlichen Sofa vorzuziehen. Abstrakt formuliert, hört sich das ganz einfach an. Aber wie ist es im wahren Leben, wenn man sich nach einem stressigen Alltag zwischen Joggingschuhen oder Sofaecke entscheiden muss? Das kann fatal enden. Ich finde, diese Art von Vorsätzen haben keine nachhaltige Wirkung. Sie schwellen langsam ab, bis sie spätestens mit dem letzten Schnee ganz weg geschmolzen sind.

Anders ist es bei den Vorhaben, nach denen unser Herz brennt. Die berüchtigte Sofaecke lockt schon weniger, wenn die von Weihnachten speckig gewordene Figur dem oder der Liebsten nicht mehr gefällt. Oder bleiben wir bei dem Beispiel, wie viel Mühe wir uns geben, wenn wir eine Eroberung im Sinn haben oder uns auf eine sehr attraktive Stelle bewerben und uns dann in der Probezeit bewähren müssen. Dann werden Potenziale aktiviert, die uns ohne richtig motivierendes Ziel nie zur Höchstform auflaufen lassen würden. Also nur mehr Bewegung, das läuft nicht. Der Mensch will wissen, wofür. Dann kann er Berge versetzen. Ob das aber immer mit dem Jahreswechsel zusammentrifft, möchte ich bezweifeln.

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