Heiße Rhythmen beim Einzug des ersten Bergsträßer Spielmann- und Fanfarenzugs. Foto: Claudia Röhrich

Bodenheim – Im Ort startet die Kampagne der Bodenheimer Schoppengarde 1987 e.V immer mit drei „Bleede Obend“-Sitzungen im Weinhaus Rebstock. Eröffnet wurde dieser mit einem Spiegeltanz. Übrigens getanzt wurde viel im Rebstock: Es folgte die gemischte Truppe der Tanz Kids von der Garde, trainiert von Christine Vögele und Doreen Sert, das Jugendballett im Piratenkostüm, das Schrubberballett sowie das Männerballett im dritten Showblock. Gardesänger Jürgen Karl präsentierte „Hab mich wieder mal…“.

Dann begrüßten Thorsten Hartmann und Janneck Schäfer in der Gaststätte ihre Gäste und die Abgeordneten von befreundeten Vereinen. Beim „Bleede Obend“ treten hauptsächlich Akteure aus den eigenen Reihen auf mit mitreißender Musik und humorvollen Vorträgen. Langjährige Freunde des Bodenheimer Vereins spielten heiße Rhythmen bei ihrem Einzug in den Saal, es war kein anderer als der erste Bergsträßer Spielmann- und Fanfarenzug. Die Musiker waren kaum zu bremsen und spielten eine Zugabe nach der anderen. Der Vortrag über ihren Ehemann Heinrich, von Elisabeth de Jong als Omma Lisbeth gehalten, war einfach herrlich. Das Publikum kreischte bei der Vorstellung von rutschenden Gebissen und gefühlvoll eingeführten Zäpfchen. Sie glänzte mit ihrem Vortrag und strapazierte die Lachmuskeln des Publikums. Dieses applaudierte ihr zu Recht, ständig und stehend.

Dann war es Zeit, einem königlichem Spross und Frauenhelden eine Lektion von einer Fee zu erteilen. Die Schauspieler der Schoppengarde setzten das diesjährige Märchen vom „Froschkönig“ lebhaft um. Im Wechsel mit einer Erzählstimme und bekannten Musiktiteln wie „Küssen verboten“, die zur Handlung passend und urkomisch rüberkamen. Moderator und Jugendwart Janneck Schäfer, der sich im Wechsel mit Schriftführer Thorsten Hartmann das Mikrofon teilte, hielt unter anderem einen lehrreichen Vortrag über Inhaltsstoffe in Lebensmittel, die beiden Moderatoren waren mehrmals am Abend im Programm zu sehen.

Die Schauspieler der Schoppengarde setzten das diesjährige Märchen vom „Froschkönig“ lebhaft um. Foto: Claudia Röhrich

Die vier Bodenheimer Mannsbilder Depp, Doof, Dappisch, Dumm durften an so einem Abend auch nicht fehlen, sie verfügen über bereits 25 Jahre Bühnenerfahrung. Das Schrubberballett tanzte diszipliniert und mit nötigem Abstand Tanzfolgen aus dem Mittelalter. Sie luden die Jungmoderatoren ein, es ihnen gleich zu tun. Diese schlugen sich tapfer, wobei sich Schäfer dabei aufs Glatteis wagte, sein Kollege Hartmann hatte heimlich in der Vergangenheit ein paar Übungsstunden genossen, damit das Hüpfen im Takt gelang.

Zum Finale spielte der heimische Musikzug der Bodenheimer Schoppengarde unter der Leitung von Thorsten Hartmann auf. Der zweite „Bleede Obend“ war ein voller Erfolg, ein Highlight jagte das nächste: Ballett, Vorträge, Spielmannszug und Gesangseinlagen. Die Versorgung der Durstigen und Hungrigen mit Getränken und Nahrhaften gelang, trotz enger Stuhlreihen, den Rebstock-Bedienungen gekonnt.

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