Christa Bracht-Kuckuck ist die Gründerin des Hospizvereins Mainspitze. Dafür bekommt sie den Bürgerpreis der Stadt Ginsheim-Gustavsburg. Foto: Ralph Keim

GINSHEIM-GUSTAVSBURG – Eine hohe Auszeichnung für eine engagierte Frau: Der Bürgerpreis geht an Christa Bracht-Kuckuck. Die heute 73 Jahre alte Ginsheimerin gründete vor mehr als vier Jahren den in Gustavsburg ansässigen Hospizverein Mainspitze.
Christa Bracht-Kuckuck wurde vor 15 Jahren mit dem Tod eines von ihr hoch geschätzten Menschen konfrontiert. „Ich hatte damals eine Freundin, die sich zum Sterben selbst in ein Hospiz eingeliefert hat“, erinnert sich die heute 73 Jahre alte Ginsheimerin. Dieser Schritt und die Zeit damals hatten bei ihr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Mit dem Begriff Hospiz verband ich zunächst eher eine mittelalterliche Herberge.“
Zur Welt kam Christa Bracht-Kuckuck in Wetter an der Ruhr. „Ich wuchs in einem sehr armen Elternhaus mit drei Geschwistern auf“, erzählt sie. Nach der Volksschule arbeitete sie sich vom sogenannten Anlernling bei einer Bank in unterschiedlichen Branchen hoch bis zur erfolgreichen Personalmanagerin mit Verantwortung über rund 10 000 Menschen.
Ihre zweite Heirat und berufliche Wechsel führten Christa Bracht-Kuckuck Ende der achtziger Jahre ins Rhein-Main-Gebiet. Seit knapp 25 Jahren lebt sie Ginsheim. Als es für sie darum ging, sich im Ruhestand für die Gesellschaft engagieren zu wollen, lotete sie die Möglichkeiten aus, einen Hospizverein für die Menschen der Region zu gründen. „Damals gab es solche Einrichtungen nur in Mainz und in Rüsselsheim, was für die Betroffenen der Mainspitz-Region zum Teil weite Anfahrtswege zur Folge hatte.“ Am 30. Juni 2003 war es schließlich soweit: Mit Christa Bracht-Kuckuck als Vorsitzende und Geschäftsführerin gründete sich der Hospizverein Mainspitze.

Christa Bracht-Kuckuck selbst hat im Laufe der Jahre mehr als 20 Menschen bis zum Tod begleitet. Die schwere Krankheit ihres Mannes hatte dazu geführt, dass sich Christa Bracht-Kuckuck vom Hospizverein und den Ämtern zurückziehen musste. Nach dem Tod ihres Mannes gab es noch einmal ein kurzes Comeback. Inzwischen hat Susanne Kühn-Benning den Vorsitz übernommen. Christa Bracht-Kuckuck ist weiterhin Mitglied im Verein. Ansonsten genießt sie ihre Freizeit mit Tanzen, Yoga und autobiografischen Schreiben.
Der Bürgerpreis wird Christa Bracht-Kuckuck am 26. Januar im Rahmen einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus Ginsheim verliehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“