Sabine Flegel (re.) war noch gut zu erkennen. Aber wer war der Nikolaus, fragten sich die Passanten. Foto: Helene Braun

Gonsenheim – Am Samstag vor dem zweiten Advent konnte man in der Breiten Straße, beim Wochenmarkt und in den Nebenadern Wundersames beobachten. Dass Knecht Ruprecht von Ortsvorsteherin Sabine Flegel dargestellt wurde, ließ sich trotz der braunen Kutte mit der Kapuze tief im Gesicht noch gut erkennen. Aber wer war der Nikolaus, der in diesem Jahr im Auftrag des Gewerbevereins die Gaben verteilte? „Auf so ein Idee kann nur Sabine Flegel kommen“, brummte der aus Finthen Angereiste, der sich nicht so ganz wohl fühlte unter dem dichten weißen Bart. Als er aber das Strahlen der Kinder sah, war das Ungemach schnell vergessen.

In der Tat war es die Idee der Ortsvorsteherin, aus Finthen den Amtskollegen Herbert Schäfer zu akquirieren. Günther Beitz, der viele Jahre mit Horst Klaft durch die Straßen lief und sich immer mit der Kutsche von seinem Geschäft abholen ließ, ist in den wohl verdienten Nikolaus-Ruhestand getreten. Was nun tun? Sterben lassen wollten die Ortsvorsteherin und der 2. Vorsitzende des Gewerbevereins, Rainer Schenk, die Tradition nicht.

Sabine Flegel hat die Organisation des Bischofsgewandes übernommen, es Teil für Teil in ihrem Wohnzimmer hingelegt, damit der Nikolaus es auch in der richtigen Reihenfolge anzöge. So wie es die Ministranten für den Pfarrer machen. Schließlich war sie eine der ersten Ministrantinnen in Gonsenheim, wenn nicht die erste überhaupt. Stilecht bis zu Mitra und Bischofsstab ging´s nun ans Verteilen. Beim „Guten Nachbarn“ wurde aufgetankt, wenn die Säcke leer waren. Dass dies alles erst zwei Tage nach Nikolaus geschah, erklärte Schäfer so. „Wir wurden aufgehalten, mussten erst die Maut an der Wildbachbrücke zahlen und der stetig wachsende Stadtteil ist nicht so schnell zu durchqueren.“

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Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.