Stefan Budian porträtiert seine „Usien“ alleine oder integriert sie in seine Gemälde. Foto: Elke Fauck

MOMBACH – „Special gifts“ wies darauf hin, dass die Kunstwerke nicht nur angeschaut, sondern auch gekauft werden konnten, was so manchem Unentschlossenen vielleicht doch noch zu einem Weihnachtsgeschenk verhalf. Die „special friends“ sind Freunde der Künstler, die in der Waggonfabrik ansässig sind und mit ihren Exponaten ebenfalls zwei Tage lang zum Angebot beitrugen und somit die Produktlinie bereicherten.
Beim Betreten des Ateliers von Bettina Müller denkt man – zumindest teilweise – Gemälde vorzufinden. Erst beim genaueren Hinschauen stellt man fest, dass es sich ausschließlich um Fotografien handelt. Das Wort „Facebook“ hat die Fotografin wörtlich genommen und aus Büchern künstlerisch Gesichter gestaltet und diese Objekte dann so belichtet, dass sie auf den Fotos aussehen als schwebten sie. Müller betreut Filmproduktionen des Hessischen Rundfunks fotografisch und arbeitet als Fotografin für verschiedene Theater.
Susanna Storch malt bevorzugt Häuserfassaden und Porträts. Letztere malt sie nicht nur zufällig, sondern nimmt auch gerne Aufträge entgegen.
Beim Anblick der Werke von Stefan Budian denkt man zunächst an die Zeit des Impressionismus. Ein zweiter Blick jedoch zeigt seine „Usien“ (griech. usia = Wesen im Sinne von Seele). Dieses kleine Fabelwesen ist auf all seinen Werken zu finden – mal offensichtlich, ein anderes Mal muss man erst suchen. Sein bisher größtes Projekt war leider nicht in der Ausstellung zu sehen, da es sich in der evangelischen Emmausgemeinde in Eppstein-Bremthal befindet. Das Kirchenbild stellt das Leben in der Gemeinde dar und setzt sich in einem dreijährigen Prozess (2015-2017) mit dem Gemeindeleben auseinander. Ein einstündiger Film dokumentiert die Entstehung des Bildes.
Veronika Weingärtner war als Gastausstellerin vertreten und beeindruckte mit ihren Siebdrucken, Radierungen und ganz besonders mit ihrer Cyanographie, auch Blaudruck genannt. Hierbei wirkt die Farbe zunächst grünlich, wird aber unter UV-Einstrahlung mit Wasser blau und alles, was vorher abgedeckt wurde, wird weiß. Weingärtner beschäftigt sich intensiv mit allen druckgrafischen Techniken.
Ebenfalls nicht alltäglich sind die Kopigraphien von Andrea Esswein. „Ich lege erst einmal alles auf den Kopierer“, so die Künstlerin. Zunächst legt sie Menschen, Tiere und Gegenstände direkt auf den Kopierer, zerschneidet die Kopie in kleine Puzzlestücke, die sie neu collagiert und mit sieben bis zehn Lackschichten versiegelt.
Die Arbeiten von Nikola Jaensch bewegen sich zwischen Natur und Mensch. Ihre Collagen setzen sich aus Zeichnungen, Briefen und Zeitungsartikeln zusammen und werden durch eine dünne Wachsschicht versiegelt.

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Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.