Ein wichtiger Tag für die Gonsbachterrassen. Ortsvorsteherin Sabine Flegel, freut sich über die Datenautobahn. Daneben Gerd Schäfer, der Regiomanager der Telekom Deutschland. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Gonsenheim – Adieu 16 Megabit pro Sekunde, willkommen in der digitalen Zukunft. Für das Wohngebiet Gonsbachterrassen in Gonsenheim öffnet sich mit dem Jahreswechsel endlich das breite Tor zur Daten-Download-Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Gleichzeitig bekommen rund 800 Haushalte die Chance, ihre bisherigen Verträge mit dem bisherigen Anbieter, die bei manchen für Unmut gesorgt haben, zu kündigen.

Nachdem die Deutsche Telekom das Vergabeverfahren der Mainzer Netze GmbH (MN) gewonnen hat, macht sich der magentafarbene Anbieter an die Arbeit. „Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt wird gegraben“, sagte Gerd Schäfer, der Regiomanager der Telekom Deutschland GmbH. Rund 350 Häuser werden nach dem Ausbau der Breitbandversorgung nach Jahren des Wartens ein schnelleres Internet bekommen. Den Anwohnern verspricht Schäfer: „Wir werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering halten wie möglich“.

Ab sofort können sich Interessenten für die Telekom-Anschlüsse registrieren lassen. Freilich wird die Telekom auch Drittanbietern einen regulierten Zugang zum Netz gewähren müssen, heißt es auf der Homepage der „Mainzer Netze GmbH“. Die empfiehlt den Anwohnern, sich Gedanken über den Internetzugang am Januar 2018 zu machen.

Wer mit der Telekom liebäugelt, die nach eigenen Angaben mit interessanten Erstverträgen locken will, wendet sich am besten in den beiden Mainzer Telekom-Shops. Einmal Am Brand 36 oder am Münsterplatz 2. „Beide Shops sind exklusiv über das neue Netz informiert worden“, erläutert Schäfer. Es gebe einen Grund, warum die Interessenten am Kunden-Telefon bisher keine Auskunft bekommen konnten. Der Umstand liegt in den Anfängen des Internetzugangs im Wohngebiet Gonsbachterrassen. Die Erschließung haben 2006 die Mainzer Stadtwerke übernommen. Die Einarbeitung der Dokumentation in den eigenen Datenbestand werde erst in einiger Zeit abgeschlossen sein. Die bisherigen Verträge mit 1&1 Versatel (Versatel) sollen zum Ende 2017 auslaufen. Wie Schäfer sagte, habe Versatel versprochen im Hinblick auf die Kündigungsfristen sein Netzangebot bis zum 31. März 2018 aufrecht zu erhalten. „In Zukunft“ werde der Kunde aber, „entweder mit der Telekom selbst oder einem Drittanbieter einen Vertrag über Telefonie, Internet und TV abschließen können“, heißt es seitens der „Mainzer Netze“. Die Netzgesellschaft will am 7. Dezember 2017, 18.30 Uhr, in der Mensa des Otto-Schott Gymnasiums gemeinsam mit der Telekom die Bürger umfassend zur Sache informieren.

Sehr über die Entwicklung erfreut zeigte sich die Ortsvorsteherin von Gonsenheim, Sabine Flegel (CDU). „Es ist ein wichtiger Tag“. Viele Anrufe unzufriedener Bürger habe sie entgegennehmen müssen. Viele Selbstständige, aber auch Familien mit schulpflichtigen Kindern seien auf das schnelle Internet schlicht angewiesen. „Jetzt wird es darauf ankommen, einen reibungslosen Übergang zu sichern.“

Für die Datenautobahn wird im Bereich der Gonsbachterassen auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler das Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt. Es werden vier Multifunktionsgehäuse (MFG) aufgebaut, in denen das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt wird. Von diesen Mini-Vermittlungsstellen gelangt es über Kupferkabel zu den Kunden. Das sogenannte Vectoring beschleunigt den Datentransport. „Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher seine Geschwindigkeit.“

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