Mit Farben experimentieren gehörte zum Programm am Tag der offenen Tür. Foto: Helene Braun

Hechtsheim – Glücklich ist Anita Zimmermann, Vorsitzende des Vereins Flüsterpost, über den vollbrachten Umzug in das Hechtsheimer Gewerbegebiet. Am Tag Welttag für Kinder krebskranker Eltern, den Flüsterpost 2015 ins Leben gerufen hat, informierte der Verein, jetzt in der Lise-Meitner-Straße 7, alle Interessierten bei einem Tag der offenen Tür. Nach zehn Jahren Beratungsstelle in der Kaiserstraße hat Flüsterpost in diesem Sommer ein neues Zuhause gefunden. Der Verein bietet Unterstützung von Kindern, deren nahes Familienmitglied an Krebs erkrankt ist. 

Zimmermann sagte: „Wir haben doppelt so viel Platz wie vorher.“ zwei Beratungszimmer und ein eigenes Büro für jede Mitarbeiterin sind vorhanden sowie Therapieräume. Locker und fröhlich trotz der schwierigen Thematik zeigten sich Team und Besucher in den hellen neuen Räumen. Eine Clownin empfing die Gäste an der Tür. Im Kreativangebot konnten Kinder spielen, basteln und mit Instrumenten experimentieren. Eine Klangmeditation sprach sehr viele Besucher an. Und ein Zauberer zeigte seine Kunststücke. Das Leid wegzaubern konnte er freilich nicht, doch überall in den Räumen zeugten die Aktivitäten von pulsierendem Leben. 

Jedes Jahr betreut Flüsterpost bis zu 250 Familien mit über 400 Kindern. Unterstützung erhält der 2003 von Prof. Gerhard Trabert gegründete Verein nur von der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. „Die anderen sagen, sie seien keine Selbsthilfeorganisation“, so Zimmermann. „Aber wir machen Gesundheitsprävention. Wir verhindern, dass Kinder selbst auffällig werden.“ Typisch seien Einnässen, Daumen Lutschen und anderes, da die Kinder mit der veränderten Lebenssituation überfordert seien. „Dann muss man das Gespräch suchen und herausfinden, was die Kinder bedrückt.“ Ansonsten ausschließlich über Spenden finanziert, wird der Alltag oft schwer. „Wir wissen immer nicht, ob wir es noch weiter packen.“  

Die Beratung ist kostenfrei und streng vertraulich. Eltern lernen sich untereinander kennen, Kinder erfahren ihre Grenzen und können sie vielleicht sogar überwinden. Es gibt auch Fortbildungsangebote für Fachleute, die im Bildungsbereich tätig sind wie Lehrer, Erzieher oder auch Ärzte. 

Anita Zimmermann unterrichtet auch auf Anfrage zum Thema in Schulen. „Was die Kinder schon wissen, ist, dass Krebs heilbar ist, dass er aber auch Leben kosten kann. Sie wissen nicht, dass Krebs nicht ansteckend ist“, hat Zimmermann erfahren. Gerade erst umgezogen, hat Zimmermann schon neue Pläne. „Wir wollen 2018 noch eine Snoozle-Ecke einrichten. Es geht um Entspannung und Stärkung der eigenen Ressourcen, um Loslassen oder auch miteinander ins Gespräch zu kommen.“ 

Infos unter https://kinder-krebskranker-eltern.de. 

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