Sarah Traub (links) vom Institut für Geschichtliche Landeskunde stellte die Biografie von Adam Lux vor. Foto: Oliver Gehrig

KOSTHEIM –.Vor 225 Jahren wurde der Mainzer Jakobinerklub gegründet, der den Beginn der Mainzer Republik einläutete. Der Kostheimer Ortsbeirat und der Heimatverein nahmen das jetzt zum Anlass, um eine Gedenktafel an der Donnermühle am Mühlweg einzuweihen, die an den Kostheimer Revolutionär Adam Lux (1765-1793) erinnert. „Adam Lux war ein Kostheimer Freiheitskämpfer und Revolutionär“, erläuterte Holm Collofong, der Vorsitzende des Kostheimer Heimatvereins, den rund 70 anwesenden Geschichtsinteressierten den Hintergrund. „Er lebte von 1786 bis 1793 hier an der Donnermühle, bis er nach Paris zog und dort 1793 unter der Guillotine ums Leben kam.“

Auf die Biografie des Revolutionärs ging Sarah Traub vom Institut für Geschichtliche Landeskunde (IGL) ein, das an der Gestaltung der Gedenktafel beteiligt war. Adam Lux war von der französischen Idee „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ begeistert. Er warb für diese Idee und das neue Selbstverständnis der Französischen Revolution. So wurde im Oktober 1792 der Mainzer Jakobinerklub gegründet. Allerdings gab es erheblichen Widerstand der Mainzer Zünfte gegen diese Revolutionierung. Adam Lux ging nach Paris ins Exil, wo er in zwei bemerkenswerten Schriften Kritik an den Praktiken der dortigen Jakobinischen Führung übte. Als Folge wurde er festgenommen und unter der Guillotine geköpft.

„Wir lassen ein fast vergessenes Stück Heimatgeschichte wieder aufleben“, sagte SPD-Fraktionssprecher Walter Losem im Namen des Ortsbeirates, der die neue  Gedenktafel mit 2000 Euro aus seinen Verfügungsmitteln finanzierte. Einen besonderen Dank richtete er an das Kostheimer Ehepaar Pohl, das vor zwei Jahren die Idee der Errichtung einer Gedenktafel wieder aufgegriffen hatte. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit des Ortsbeirates und des Heimatvereins mit dem IGL. Dabei gab es einige bürokratische Hürden zu überwinden, ergänzte Sigrid Gebhardt, Zweite Vorsitzende vom Heimatverein. Am Rande der Veranstaltung schenkte das Weingut Donnermühle einen besonderen Rotwein aus: eine Spätburgunder Spätlese von 2015 als „Sonderedition Adam Lux“.

Kostheim hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an Adam Lux erinnert. Vor 20 Jahren veröffentlichte Norbert Trutzel, der damalige Vorsitzende des Heimatvereins, die Schrift „Vom Freiheitsbaum in Kostheim zum Schafott in Paris“. Vor einigen Jahren stellten Monika Fuhrmeister und Michael Caesar Recker anlässlich der AKK-Kulturtage einen Freiheitsbaum am Klärwerk auf. Vor kurzem gab es eine von Marion Mück-Raab initiierte öffentliche Lesung zu Adam Lux im „offenen Wohnzimmer“ in der Winterstraße.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.