Die Gonsenheimerin Dana Schöneberger vom RFV 1929 Gonsenheim mit Lady Luna 28 beim Geländefahren (Pony Einspänner). Es reichte für Platz drei. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Gonsenheim – Teilnehmer aus dem Saarland, Baden-Württemberg, Hessen und natürlicherweise auch Ein- und Zweispänner aus Rheinland-Pfalz: Das Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit hat viele treue und nicht wenige neue Gäste des mittlerweile etablierten Fahrturniers zum Reit- und Fahrverein 1929 (RFV) nach Gonsenheim gelockt. Beide Wettkampftage, die den Konkurrenten um die Rheinhessenmeisterschaft gute bis hervorragende äußerliche Bedingungen boten, wertete der Vereinsvorstand als gelungen. „Wir sind zufrieden. Für die Möglichkeiten unseres Vereins sind die Teilnehmerzahl und der Verlauf perfekt“, sagte Christine Bopp vom RFV-Vorstand.

Das Turnier sei ein Angebot an die versierten Fahrer aber auch an alle, die erst seit Kurzem fahren, so Bopp. Während die Erstgenannten etwa ihre neuen Pferde testen können, ist das Fahrturnier eine Art Gradmesser für die anderen, weniger erfahrenen Fahrer. „Sie können die sportliche Entwicklung unter Wettbewerbsbedingungen unter Beweis stellen.“ Das Turnier, das auf den Fahrplatz unterhalb der Schäfersmühle zahlreiche Zuschauer lockte, hatte Prüfungen der Klassen A und M umfasst. Neben den Dressurfahrprüfungen sah das Publikum auch Kegelparcours, das Hindernisfahren für Ein- und für Zweispänner bis hin zu – speziell am Sonntag – den Geländeprüfungen.

Spannung baute sich alle paar Minuten unter den Beobachtern auf, sooft ein weiterer Einspänner sich von der Fahrstrecke in den Feldwegen an die vier Hindernisse näherte. Beim Hindernisfahren der Klasse A galt es, jene möglichst schnell zu bewältigen. Die übrige knapp vier Kilometer lange Passage musste ebenfalls in einer festgelegten Mindestzeit absolviert werden. Nach der knapp drei Kilometer langen Strecke fürs Aufwärmen – vor dem eigentlichen Start – überprüfte ein Tierarzt, ob das jeweilige Pferd überhaupt das Rennen absolvieren könne. Rot-weiße Markierungsbände deuteten den Weg. Wer die Konzentration und die Übersicht behielt, der lenkte seinen Einspänner makellos. „Links, links. Auf, auf. Gut so“, die Kommandos der Lenker, die die Zügel fest in den Händen hielten, schallten nach. Entlang der vorgeschriebenen Slalomroute kam es auf die Schnelligkeit an. Damit die Fliehkraft mit ihrer Wucht nicht das Fuhrwerk zum Umkippen brachte, sorgte jeweils ein Beifahrer auf dem Treppchen hinter dem Fahrer durch Körperbewegung für das Gleichgewicht. In dieser Geschwindigkeit erinnerten die Wagen an ihre antiken Vorgänger, die Streitwagen. „Helm- und Schutzwesten sind heutzutage Pflicht“, wies Bopp auf eine unentbehrliche Schutzmaßnahme hin.

Mittlerweile hat der RFV Routine beim Vorbereiten des Turniers. Der Aufwand benötigte trotz und allem „Wochen und Monate“ bis alles stand, so Bopp. „Etwa 60 Helfer sind während der beiden Tage zum Einsatz gekommen.“ Für den etwa einhundert Mitglieder starken RFV mit einer vergleichsweise kleinen Jugendabteilung eine tolle Leistung.

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