Einen Schlüssel aus Brotteig überreichte Landrat Claus Schick seiner Nachfolgerin Dorothea Schäfer. Foto: Ralph Keim

NGELHEIM – Es war eine Veranstaltung, die dem Amt und dem Amtsträger würdig war, und es war zeitweise eine emotionale Veranstaltung: Im Rahmen einer im kING stattfindenden Kreistagssitzung wurde der lanjährige Landrat Claus Schick (SPD) verabschiedet. Als letzte Amtshandlung führte er seine Nachfolgerin ein: Dorothea Schäfer (CDU) ist jetzt die neue Landrätin des Kreises Mainz-Bingen.

Es war Claus Schick anzumerken, wie befreit er war, als er die zahlreichen Ehrengäste begrüßte, die ins kING gekommen waren. So mancher Versprecher war wohl freudscher Natur. Launig-emotional war auch die Abschiedsrede des Ersten Kreisbeigeordneten Adam J. Schmitt, der die 25 Jahre währende Amtszeit von Claus Schick mit Schulnoten bewertete – selbstverständlich überwiegend mit gut und sehr gut.

Einmal hatte Schmitt allerdings nur ein befriedigend, als es nämlich um das Thema Gleichstellungsbeauftragte ging. „Manchmal hatte man schon den Eindruck, als habe Claus Schick sich selbst als die besser Gleichstellungsbeauftragte gesehen.“

Es folgten noch zahlreiche Redner, darunter Marbod Muff, Träger des Karlsbrunnenpreises, und der frühere Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Franz Josef Bischel sowie der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. Was Claus Schick anging, erinnerten sie an die Leistungen des langjährigen Landrats und die Errungenschaften in dieser Zeit: den Abbau der Verbindlichkeiten, das Ausweiten des Haushalts, den Umzug der Kreisverwaltung von Mainz nach Ingelheim vor 20 Jahren.

„Mit dem Ausscheiden von Claus Schick aus dem Amt des Landrats des Landkreises Mainz-Bingen verlässt eine der gestaltenden Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte die politische Bühne“, erklärte im Vorfeld Salvatore Barbaro, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Mainz-Bingen, der als SPD-Kandidat bei der Landratswahl deutlich unterlegen war. „Claus Schick hat nicht nur den Landkreis geprägt, sondern auch den SPD-Kreisverband als Vorsitzender, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Erster Kreisbeigeordneter.“

Große Fußstapfen also für die neue Amtsinhaberin Dorothea Schäfer, die bereits im Vorfeld der Amtsübernahme ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war. Hatte sie sich zunächst von einer Großen Koaltion aus CDU und SPD im Kreistag distanziert, ist es dann doch dazu gekommen. Als wichtige Themen sieht sie unter anderem den Neubau der BBS in Ingelheim, die Erweiterung der Kreisverwaltung und die Ausweitung des Breitbandnetzes im Kreis.

Der Pop- und Jazzchor des Ingelheimer Sebastian-Münster-Gymnasiums umrahmte den Amtswechsel musikalisch.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“