Alhaj Kheder beim Internationalen Fest in seiner neuen Heimat Bischofsheim. Hier fühlt er sich wohl und integriert. Foto: Ralph Keim

BISCHOFSHEIM – Zum ersten Mal veranstaltete die Gemeinde gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe und dem Turnverein ein „Internationales Fest“. Und einer feierte besonders gerne mit: Der Flüchtling Alhaj Kheder erlebte noch vor zwei Jahren das Grauen des syrischen Bürgerkriegs.

Vor zwei Jahren flüchtete der heute 22-Jährige zusammen mit seinem damals 16-jährigen Bruder Addalrahman aus ihrer im Osten von Syrien gelegenen Heimatstadt Deir ez-Zor. Wie Alhaj Kheder im Hof des Turnvereins Bischofsheim sitzt und das „Internationale Fest“ genießt, könnte man allerdings glauben, er sei in Deutschland geboren. So gut spricht er die deutsche Sprache. „Ich habe mir die deutsche Sprache durch viel Lesen selbst beigebracht, habe aber auch einige Kurse besucht, unter anderem hier in Bischofsheim“, erläutert.

Zusammen mit seinem Bruder flüchtete Alhaj Kheder zunächst in die Türkei. Über die Balkan-Route gelangten beide schließlich nach Deutschland, wo sie zunächst in einem Aufnahmelager in Gießen unterkamen, um schließlich in den Landkreis Groß-Gerau verwiesen zu werden. Vorläufige Endstation war im November 2015 dann Bischofsheim.

Zum „Internationalen Fest“ auf dem Gelände des Turnvereins kamen zahlreiche Flüchtlinge, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, die eben keine abenteuerliche Flucht hinter sich haben. Dabei spiegelte besonders das Mittagsbüfett die Vielfalt der Kulturen wieder. Für die Kinder gab es Spielstationen, auf der Bühne musikalische Darbietungen.

Er und sein Bruder seien in Bischofsheim herzlich aufgenommen worden, betont Alhaj Kheder. „Man hat uns in allen Belangen geholfen, zuletzt bei der Suche nach einer eigenen Wohnung.“ Die Integration von Flüchtlingen wie Alhaj Kheder gelingt in Bischofsheim wie vielerorts nur dank des ehrenamtlichen Engagements zahlreicher Bürger in der Flüchtlingshilfe. Detaillierte Informationen zur Flüchtlingshilfe gibt es unter den Telefonnummern 06144/40475 und 06144/7762.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“