Der Kirchenchor St. Martin wagte in seinem Part einmal etwas ganz Neues und präsentierte einige Teile aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“. Foto: Helene Braun

Finthen – Den Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Kirchenchors St. Martin bildete sicherlich die Aufführung der „Krönungsmesse“ von W. A. Mozart für Soli, Chor und Orchester im Juni. Doch damit sollte es nicht genug sein mit dem Feiern. 125 Jahre sind schließlich kein Pappenstiel und so durfte das Publikum nun erneut ein besonderes Konzert in der Pfarrkirche genießen unter dem Motto „Christus: gestern – heute – in Ewigkeit“ mit sechs Chören aus Mainz und Umgebung. 

Der Kirchenchor St. Martin wagte in seinem Part einmal etwas ganz Neues und präsentierte einige Teile aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ von A. L. Webber. Man sieht, die Aufgaben eines Kirchenchors haben sich gewandelt. Zur Zeit der Gründung war es vor allem der lateinische Choral, der die bestimmende musikalische Begleitung des Gottesdienstes ausmachte. Dann wurde das deutsche kirchliche Liedgut immer populärer. „Gott loben, das ist unser Amt“, machte Vorsitzende Maria Zimmermann, die auch die Moderation übernahm, deutlich. 

Unter den Dirigenten Norbert Emig, Mechthild Regionalkantorin Bitsch-Molitor und mit einigen Soli von Kirchenmusikdirektor Thomas Drescher sowie den Chören aus Gonsenheim, Budenheim, Finthen und Bretzenheim geriet das Jubiläumskonzert zu einem Kaleidoskop dessen, was Kirchenchöre heute zu bieten haben. „Wir sind der zweitälteste Kirchenchor in Mainz und wir wollen Flagge zeigen, dass wir noch da sind“, so Zimmermann. 

Aus dem katholischen Kirchenchor Finthen startete nach einem beschwingten Orgelauftakt die eher kleine Gruppe „Regenbogen“ mit Gitarre und gab mit „Ihr sollt ein Segen sein“ mit einem neuen Kirchenlied gleich das Motto vor. Tröstlich und hoffnungsvoll glänzten die Sängerinnen und Sänger der Gonsenheimer Chöre St. Stephan und St. Canisius gemeinsam mit dem „Kyrie“ aus der „Missa secunda“ von H. L. Hassler und weiteren Stücken. Stark dezimiert brachte doch die Gonsenheimer Heiterkeit den ausgefeilt einstudierten Gospelsong „Kumba ya, my Lord“ in schöner Harmonie. Mit „Strahlen brechen viele aus einem Stamm“ setzte der Evangelische Kirchenchor aus Finthen unter Leitung von Georg Scholz ein Glanzlicht in seinem Jubiläumsständchen.  

Das Highlight des Konzertes stellte allerdings der Chor St. Martin selbst mit „Hosanna“, „The last Supper“ und „Jesus Christ Superstar“ aus dem gleichnamigen Musical. Bevor alle zusammen mit „Wer glaubt ist nie allein“ einen kraftvollen, würdigen Abschluss bildeten. 

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Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.