Dieter Pieroth überreichte die Unterschriften in rosa Geschenkpapier gewickelt in Frack und Zylinder an OB Michael Ebling und Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch. Foto: Helene Braun

Gonsenheim – Gut 40 Leute haben sich vor dem Mainzer Rathaus versammelt, mit Plakaten und einem Geschenk „bewaffnet“, in pinkfarbenes Papier eingepackt und dargereicht von Vorstandsmitglied Dieter Pieroth in Frack und Zylinder. Nach feindlicher Übernahme sah das nicht gerade aus. Und so trug auch Pfarrer Andreas Nose das Anliegen der Gemeinschaft vor, die sich für den Stadtteiltreff Gonsenheim und für „Gutes Geld für gute Arbeit“ einsetzt. An Oberbürgermeister Michael Ebling und Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch gerichtet: „Wir fordern nicht, wir bitten um Unterstützung.“

Gonsenheimer zeigten mit Plakaten und Bannern, warum ihnen der Stadtteiltreff wichtig ist. Foto: Helene Braun

Doppelt so viel wie vorher soll es sein, statt 110.000 Euro hätten die drei Hauptamtlichen und die 260 Ehrenamtlichen gerne 220.000 Euro zur Verfügung jährlich. „Den Schlopp müsse mer abmache“ kommentierte Ebling das „Geschenk“, das 3000 Unterschriften enthielt. 2000 hätte es für den Bürgerantrag gebraucht. Ebling erklärte das Prozedere und dass der Stadtrat schließlich abstimmen werde. Er sagte: „Ich weiß aus der eigenen Anschauung heraus, dass die Arbeit wirklich sehr wertvoll ist, und wir haben Sie auch in der Vergangenheit immer tatkräftig unterstützt.“ Jetzt habe der Stadtrat das Wort. Ebling lobte: „Ein starkes Zeichen für Engagement, das haben wir nicht jeden Tag hier.“

Am Rande sagte Stephan Hesping, hauptamtlicher Leiter des Stadtteiltreffs: „Wir wollen uns zeigen und auch deutlich machen, dass es nicht nur unser Anlegen ist, sondern 3000 Menschen in Gonsenheim denken, es ist wichtig, dass wir das soziale Leben sicher aufgestellt bekommen.“ Doch die Förderverträge mit der Stadt liefen zum Jahresende aus und es gebe das Signal, dass die Stadt nicht mehr Geld in die Hand nehmen könne als bisher. „Gerade was die Flüchtlinge betrifft, sind uns die Spenden weggebrochen, die Arbeit wird trotzdem gemacht. Wir müssen überlegen, ob wir vor Ort einfach mehr Mittel einsetzen wollen“ so Hesping weiter.

Mit Projekten wie der Flüchtlingsinitiative „Miteinander Gonsenheim“, dem Brotkorb, den Kindernotdienst, Beratung, dem Café, den sozialen und nicht zuletzt auch den Kunst- und Kulturangeboten für alle Altersgruppen hat der Stadtteiltreff umfassend Verantwortung in Gonsenheim übernommen. Auch und gerade für die Elsa, wo 6000 Menschen  aus 80 Nationen leben. Der Treff ist gut vernetzt mit den Akteuren im Stadtteil und darüber hinaus – Kitas, Schulen, Behörden, Vereinen, Seniorenheimen. Mit allen christlichen Gemeinden Gonsenheims arbeitet der Treff eng zusammen. Träger der Einrichtung ist der gemeinnützige Verein Stadtteiltreff Gonsenheim e.V., der auch als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt ist. Der Vorstand des Vereins ist ehrenamtlich besetzt. Zwei Pädagoginnen und ein Pädagoge leiten die Einrichtung hauptamtlich. Mit ihnen gemeinsam arbeiten 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ehrenamtlicher Basis im Kinder- und Erwachsenenbereich.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.