Beim Treffen am Heiligkreuzviertel mit viel Politprominenz und noch mehr Bürgern wäre ein „Schirm“herr vonnöten gewesen. Foto: Helene Braun

Weisenau – Mainz zeigte sich nicht gerade von seiner freundlichen Seite, als Bundesministerin Barbara Hendricks zu Besuch war, um den SPD-Bundestagskandidaten Dr. Carsten Kühl in seinem Wahlkampf zu unterstützen. Plötzlich stürmte es und ein alles durchnässender Schauer ging hernieder über der Gruppe aus Baudezernentin Marianne Grosse, Finanzministerin des Landes, Doris Ahnen, und vielen Parteivertretern der Stadt und interessierten Bürgern. Das sollte die Wetterkapriolen ausgleichen, denn sehr viele waren zum Ortstermin am Heiligkreuzareal erschienen.

Rund 2000 Wohnungen würden hier im früheren IBM-Areal bis 2020 entstehen, erklärte Baudezernentin Marianne Grosse, als Mietwohnungen und Eigentum. Ein Viertel davon wird sozial gefördert, das sind immerhin 500 Wohnungen für sozial Schwache. Bundesbauministerin Barbara Hendricks und die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen wiesen auf die Fördermöglichkeiten von Bund und Land hin.

Zusammen mit der Mainzer Stadtwerke AG und weiteren stadtnahen Unternehmen sowie zwei privaten Partnern will die Stadt Mainz das Heiligkreuz-Viertel realisieren, zu den Wohnungen entstehen Büro- und Gewerbeflächen. Ein großer Einkaufsmarkt wird für die Nahversorgung gebaut. Sehr viel Grün und viel Freiraum sollen das Quartier prägen.

Die gute Stadtbusverbindung mit einer geplanten Haltestelle mitten im Quartier und die Nähe zur Autobahn runden die verkehrsgünstige Lage ab. Eine erstklassige Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und Schulen in der Nachbarschaft mache das neue Wohnviertel auch für Familien interessant, so Grosse. Ein Bürger zweifelte, dass die Hechtsheimer Straße genügend Kapazitäten böte, die neuen Bewohner auf ihrem Weg zur Arbeit aufzunehmen. Grosse: „Wir haben ein Gutachten, das anderes sagt. Warum sollten wir die Gutachten in Auftrag geben, wenn wir hinterher nicht daran glauben?“ Das Grün, das das Theresianum vom Viertel trennt, werde bleiben, versprach die Baudezernentin.

Das neue Quartier bedeutet aber auch eine große Aufgabe für Ortsvorsteher Ralf Kehren (SPD): „Weisenau wird von jetzt fast 13.000 Bürgern auf 17- bis 18.000 wachsen Dies bedeutet auch eine Herausforderung für die soziale Infrastruktur.“ Im Heiligkreuzviertel sind zwei neue Kitas geplant, damit die Betreuung „unserer jungen Bürger“ sichergestellt ist. Mit am Beginn der Planung für eine neue fünfzügige Grundschule soll gewährleistet werden, dass alle Weisenauer Kinder, auch die im Laufe der Zeit hinzukommenden Schulkinder, in Weisenau unterrichtet werden können.

Kehrein sagt weiter: „Durch die Angebote der Weisenauer Vereine möchten wir die Neubürger in Weisenau integrieren. Eine win-win-Situation, Neubürger können sich je nach Wünschen und Neigungen Mitglied in den Vereinen werden und auf diese Weise den Stadtteil und seine Bewohner besser kennen lernen. Die Vereine bekommen bessere Perspektiven durch die neuen Mitglieder.“

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Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.