Das erste Mainzer Tauffest an der Christuskirche hatte einen tollen Zuspruch. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Einen halben Kilometer Luftlinie entfernt wurde im Dom der neue Mainzer Bischof geweiht, am Hans-Klenk-Brunnen vor der Christuskirche empfingen zur selben Zeit knapp 30 Gläubige den Segen der Taufe. Das erste Mainzer Tauffest von sechs evangelischen Kirchengemeinden lockte bei schönstem Spätsommerwetter zahlreiche Angehörige und Besucher auf den Platz vor der Christuskirche.

Dabei waren es nicht nur Babys, die sich in solch einer großen Gemeinschaft taufen ließen. Auch Jugendliche und Erwachsene waren darunter. „Viele Menschen haben Hemmungen, ihr Kind in einem formellen Gottesdienst taufen zu lassen“, erläuterte Bettina Klünemann, Pfarrerin der Evangelischen Christuskirchengemeinde, die das Tauffest mit organisiert hatte. Also war es mit Bedacht ein Fest mit Erlebnischarakter, das auch diejenigen ansprechen sollte, die einer anderen oder auch gar keiner Glaubensrichtung angehörten.

Die 17-jährige Emmelie Weber hatte durch einen Flyer von dem Tauffest erfahren: „Ich hatte schon immer vor, mich taufen zu lassen.“ Ihr und die Vornamen der Täuflinge standen auf weißen Luftballons. Dekan Andreas Klodt vom Evangelischen Dekanat Mainz freute sich über die große Resonanz. „Wir haben die Menschen in Mainz persönlich angeschrieben und damit auch manche erreicht, die zwar an Gott glauben, jedoch nur selten oder gar nicht den Gottesdienst besuchen.“

Die Nachfrage war sogar so groß, dass zuletzt vor allem Anfragen zu Erwachsenentaufen abgewiesen werden mussten. Diese Interessenten müssen daher auf die herkömmlichen Taufgottesdienste zurückgreifen. Allerdings soll das Tauffest auch in Zukunft angeboten werden, zumal alle Teilnehmer danach bei Kaffee und Kuchen noch lange angeregte Gespräche führten und es für alle Beteiligten ein unvergesslicher Nachmittag war.

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