Aus dem mittelhessischen Löhnberg stammen die Punkrocker „Paramagnet“. Foto: Oliver Gehrig

Kastel – 30 Bands an drei Tagen umsonst und draußen: Das ist das Rockfield-Open-Air der Kulturfabrik Airfield, die zu ihrem beliebten Rockfestival rund 3000 Besucher im Hof der Kasteler Reduit begrüßte. Beim nach eigenen Angaben beliebtesten Event für Jugendkultur im Rhein-Main-Gebiet kamen Rockfans aller Musikrichtungen auf ihre Kosten: Von Punk und Bluesrock über Gothic und Grunge bis Metal war für jeden etwas dabei.

Nach einem ersten Regenschauer am Freitagnachmittag machten die Punkrocker „Paramagnet“ aus dem hessischen Löhnberg mächtig Stimmung auf der Livebühne. Das Quartett aus Gitarre, Bass, Drums und Gesang konzentriert sich auf energiegeladenen deutschsprachigen Punkrock. „Jetzt oder nie“ war der Abschlusstitel, der bei den rund 100 Rockfans vor der Bühne prima ankam. Einige forderten eine Zugabe. „Das geht leider nicht, denn wir haben einen ziemlich straffen Zeitplan“, bedauerte Sänger und Gitarrist Ferenc Blind. „Jetzt gibt es eine Umbaupause und dann geht es weiter.“ Nach 15 Minuten Pause begrüßte Sänger Gregor Andreska von den Mainzer Hardrockern „Jedeye“ im offenen Mantel in ziemlich derber Sprache seine meist jugendlichen Fans, „all die verrückten Arschlöcher“: „Habt ihr Lust, mit uns auf die Kacke zu hauen?“ Dann rockte das Quintett mit kraftvollen Riffs zu „Psycho Head“ so richtig los. Unter die überwiegend jugendlichen oder jung gebliebenen Zuschauer hatten sich übrigens auch einige Senioren gemischt – Passanten, die zufällig am Rheinufer vorbeikamen und einfach mal nachschauten, „wer da so einen Krach macht“ – eine der Besonderheiten des Rockfield-Open-Airs. Am späten Abend ging es mit den Kultrockern „Fracture“ um den Mombacher Shouter Uwe Juras weiter, die zum zweiten Mal nach ihrem Comeback in Kastel mitmischten. Ihr Vorbild ist Judas Priest.

Die ausrichtende Kulturfabrik Airfield vom Layenhof feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Das Rockfield-Open-Air finanziert sich nahezu ausschließlich über den Essens- und Getränkeverkauf. Das kulinarische Angebot war breit gefächert und reichte von Curry-Hähnchen und Petersiliensalat über Kuchen und Crepes bis zu Feuerwurst und Prager Schinken. Dazu gab es friesisches Bier und Weine der Region. Der Sponsor, das Mainzer Musikalien-Zentrum, hatte allerlei Gitarren ausgestellt. Außerdem gab es Festival-T-Shirts und CDs zu kaufen. Für einen reibungslosen Ablauf hatte die Kulturfabrik im Vorfeld „Einsatztrupps“ innerhalb der Musikgruppen gebildet. Folgende Einsatzfelder wurden besetzt: Planung der Stände, Infostand, Auf- und Abbau, Bewerbung, Behördengänge, Technik und Verkabelung sowie Umbau zwischen den Bands.

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.