Swea und Feuer. Die Achtjährige war die jüngste Teilnehmerin des PyrArt-Workshops. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Bodenheim – Das Publikum wahrt einen gewissen Abstand. In den Händen von Svea liegt ein Stab, dessen beide Enden brennen. Eben beginnt die Neunjährige, den Stab zu drehen. Die Flammen zeichnen Kreise in die Luft. Die Eltern im Auditorium applaudieren heftig, sobald sich das Mädchen nach dem Kunststück vor ihnen verbeugt.

Die Abschlussvorstellung, die Svea und sechs andere Kinder aus der Verbandsgemeinde (VG) Bodenheim bravurös abliefern, ist der Höhepunkt des fünftägigen Workshops. Zum ersten Mal hat die VG-Jugendpflege der die „Feuerkunst“ ins Programm aufgenommen. „Die Truppe wurde uns empfohlen“, sagt Bettina Kraft von der Jugendpflege. Zu Recht muss man sagen. Bei den Kindern sind Nelly Ackermann und Elias Fehr, zwei Feuerkünstler der dreiköpfigen „PyrArt“-Gruppe, gut angekommen. Auch sie führen im Finale vor, wie sie das Element bändigen und jene Beherrschung zur Kunst emporheben.

Nacheinander zeigen die Acht- bis Zwölfjährigen, was sie drauf haben. Erst einmal ohne Feuer, dann mit. Mal alleinig, mal zu zweit, abschließend Laurenz, Luis, Tim und Jona zu viert. Im ersten Anlauf fällt die feurige Stange zu Boden. Beim zweiten Versuch fängt Jona (9 Jahre alt) sie auf. Applaus.

„Die Sicherheit kommt zu allererst“, klärt Ackermann auf. Jederzeit irgendetwas zum Löschen sollte in greifbarer Nähe stehen. Des Weiteren: „Baumwollkleidung ist Pflicht.“ Darüber hinaus gehört entweder ein Kapuzenshirt zur Kleiderordnung. „Oder man bedeckt den Kopf mit einer Mütze.“ Wahlweise können Jungs, die kurze Haare haben, sie befeuchten. Das machen sie gewissenhaft vor jeder Showeinlage. Was brennt, sei zwar nur das superreine Öl, das mit seiner Temperatur weit unter der des kochenden Wassers liegt, so Ackermann. Zugleich sind die Spielgeräte aus einem unbrennbaren Stoff gefertigt. Das Feuer sei erst am dritten Workshoptag ins Spiel gekommen. Losgegangen sei es mit den Anweisungen, wie man sich im Notfall verhalten müsse. „Es ist noch nie etwas passiert, doch man sollte das wissen“, betont Ackermann.

Ein bisschen Angst habe Jona anfänglich durchaus gehabt, erzählt er. „Man hat den Einblick zuerst nicht, wie riesig die Flamme sein wird.“ Annika (9) habe keine Furcht verspürt, sagt sie. Beide genießen den Beifall. Der kommt nicht nur vom Publikum. Elias Fehr, der einzige Mann des Mainzer Performance-Trios, welches im gesamten Rhein-Main Gebiet mit Licht-, Feuershows und Zirkusvorstellungen begeistert, sagt: „Es ist schon erstaunlich, wie flott die Kinder manche Kunststücke beherrschen.“ Solche, für die er hat deutlich mehr üben müssen. Wenn das kein Lob ist.

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