Bis auf den letzten Platz besetzt war die Festveranstaltung im Weingut Raddeck. Foto: Geschichtsverein Nierstein

NIERSTEIN – 742 – 1997 – 2017: Diese drei Jahreszahlen stehen für das Stadtjubiläum und das Jubiläum des Geschichtsvereins Nierstein, dessen Mitglieder und Freunde sich zur Festveranstaltung im Weingut Raddeck versammelt hatten, dem „Balkon Niersteins“.

Mit Freude stellte Vorsitzender Hans-Peter Hexemer die positive Entwicklung des Vereins vor. Vom Beginn mit 15 Mitgliedern bis heute mit 177 Mitgliedern. Von den vielen Aktivitäten, den Niersteinerinnen und Niersteinern die Geschichte ihrer Stadt nahezubringen durch Veranstaltungen, Publikationen und die Pflege örtlicher Monumente bis hin zum Buch „75 Niersteiner Orte, die Geschichte(n) erzählen“ im Jubiläumsjahr 2017. Durch eine einheitliche Gestaltung in seiner Darstellung mache sich der Verein schon allein optisch unverwechselbar.

„Wer sich mit Geschichte befasst, begibt sich immer wieder auf eine spannende Entdeckungsreise, durch die er sich und andere bereichern kann“, sagte Hexemer und dankte allen aktiven und fördernden Mitstreitern. Weiterer Höhepunkt werde 2017 das erste Niersteiner Geschichtsfest sein.

Große Anerkennung erfuhr der Geschichtsverein auch durch den Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, Salvatore Barbaro, der die Arbeit der ehrenamtlichen Historiker als eine wesentliche Bereicherung der Geschichtswissenschaft wertete. Gerade der Niersteiner Geschichtsverein sei dafür ein besonders gutes Beispiel. Als Mitgründer gratulierte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Selz Klaus Penzer „seinem“ Verein. Für die Stadt gratulierte 1. Beigeordneter Egid Rüger, der ebenfalls die vielfältige Arbeit lobte. Glückwünsche des Vereinsrings sprach dessen Vorsitzender Rüdiger Leineweber aus.

Walter Rummel, Leiter des Landesarchivs Speyer, erläuterte in seinem anregenden Festvortrag wie sich die Einstellung gegenüber der Heimatforschung, der Beschäftigung mit regionaler Geschichte im Laufe der Zeit gewandelt habe: einst gering geschätzt, genieße sie heute einen hohen Stellenwert. Außerdem machte er mit interessanten Beispielen neugierig auf das Niersteiner Gemeindearchiv, das seit 1972 in Speyer fachgerecht gelagert ist und seit Frühjahr 2016 – initiiert durch das Interesse und die Anfrage des Geschichtsvereins – systematisch gereinigt und gesichtet wird. Schon bald sollen die Bestände, die den Zeitraum von 1416 bis 1972 umfassen, mit Hilfe eines Online-Findbuches über die Homepage des Archivs zu recherchieren sein.

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