Afrikanische Musik durch „die rheinhessische Groovemühle gedreht und mit deutscher Gutmütigkeit umgesetzt“ spielt die Band „Do the Daktari“. Foto: Helene Braun

Bodenheim – Die Flüchtlinge sind mittlerweile in Bodenheim „angekommen“, der Mittagstisch und die Sprachkurse laufen gut, doch zurzeit plagen die ehrenamtlichen Mitarbeiter und die Flüchtlinge selbst andere Probleme. Es geht darum, Arbeit und Wohnungen zu finden, manche Klage ist anhängig, denn die Ablehnungsbescheide der BAMF seien nicht immer nachzuvollziehen, so Sprecherin Elisabeth Henn im Kulturbunten Bodenheim.

Aber es gibt auch andere Themen: „Fluchtursachen bekämpfen – das ist sicher eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen erzwungene Flucht. Gerade bahnt sich in Ostafrika eine der größten Hungerskatastrophen der Menschheitsgeschichte an“, erklärt Eberhard Wolf von der Bühne, als er die Gruppe „Do the Dakatri“ ankündigt, denn für Ostafrika ist ein Teil der Einnahmen bestimmt. Do the Daktari spielen, inspiriert von afrikanischer Popmusik, afrikanische, tanzbare Musik zwischen Townshipjive, Highlife, Afrobeat und afrikanischer Weltmusik. Oder wie der Lead-Trommler ankündigte, afrikanische Musik durch „die rheinhessische Groovemühle gedreht und mit deutscher Gutmütigkeit umgesetzt.“

Einen Beitrag zumindest zur Bekämpfung des Hungers wollte auch die Band auf Einladung des Bodenheimer Flüchtlingsnetzwerks Kulturbuntes Bodenheim auf dem Dollesplatz leisten. Mit ihrem Benefizkonzert unterstützen Do the Daktari und das Kulturbunte Bodenheim die Nothilfe für Ostafrika von medico international wie auch die Arbeit mit geflüchteten Menschen in Bodenheim vor Ort. Eine Trommelformation aus Lörzweiler machte die Vorgruppe. „Absinto“ half beim Aufbau.

„Wir wollen unseren Neubürgern sagen“, so Henn weiter, dass wir die Hälfte des Erlöses in Sprachkurse investieren und die andere, um den Hunger in Ostafrika zu mildern.“ Das Nothilfeprogramm von Medico international sei da sinnvoll erschienen. „Dort, wo Krieg ist, ist es auch am schlimmsten mit dem Hunger und der Dürre.“ Das Thema Fluchtursachen wolle man damit zugleich in den Blick rücken. Denn: „Nichtregierungsorganisationen beklagen mangelndes politisches Interesse; stattdessen stehen Abkommen mit ostafrikanischen Diktaturen im Zentrum der Aufmerksamkeit, die nicht Fluchtursachen, sondern Flucht und Flüchtende bekämpfen“, sagt Wolf.

Indessen in Bodenheim haben die Ehrenamtlichen eher mit Lobbyarbeit als mit direkten Hilfsmaßnahmen zu tun. „Uns ärgert, dass wir zurzeit Ablehnungsbescheide sehen, die nicht nachvollziehbar sind. Andere haben eine Duldung, sie bekommen kein anständiges Verfahren und bekommen die Sprachkurse nicht bezahlt. Das drückt auf die Stimmung, auch bei den Flüchtlingen“, erklärt Henn. Was die schwierige Arbeitssuche betrifft, würde sich Elisabeth Henn eine Quotenregelung wünschen wie für Behinderte.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.