Kuratorin Karoline Feulner erläuterte zur Eröffnung die Werke von Peter Ackermann. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Eine kleine, aber feine Kabinettausstellung ist jetzt im Landesmuseum zu sehen: Die rund 30 in der Graphischen Sammlung ausgestellten Werke würdigen den Künstler Peter Ackermann. Der vor zehn Jahren im Alter von 73 Jahren verstorbene Ackermann schuf surreal verfremdete Landschaften und gilt als wichtiger Vertreter des phantastischen Realismus

Unter dem Titel „Utopische Landschaften“ zeigt das Landesmuseum Grafiken, die aus einer Schenkung von Mona Ackermann, der Witwe des Malers und Grafikers, stammen. Sie überließ dem Landesmuseum 30 technisch herausragende Arbeiten, die Dr. Karoline Feulner als Kuratorin der Ausstellung bei der Vernissage erläuterte.

Schon auf den ersten Blick nimmt der Besucher der Ausstellung phantastische Welten wahr, die er auf alle Fälle genauer unter die Lupe nehmen muss. „Denn dann erschließen sich immer wieder neue Details“, so Karoline Feulner, die auch auf den Aspekt der klassischen italienischen Architektur hinwies. Peter Ackermann kombinierte vertraute Alltagsgegenstände mit zerbröckelnden Ruinen, verlassenen Stadtteilen und alten, längst ausrangierten Maschinen. So verfremdete er die Realität und schuf utopische Landschaften, die eine ganz besondere Aura ausstrahlen.

Beispielsweise „Freistehende Villa“ aus dem Jahr 1973, das eine öde Landschaft zeigt, in der weit und breit nur die namensgebende Villa steht. So zeigt es der Probedruck. Eine überarbeitete Version weist dagegen weitere Gebäude und Vegetation aus. Anscheinend war Ackermann mit der ursprünglichen Version nicht ganz zufrieden. Das zehn Jahre später entstandene „Landschaft mit Monumenten“ besticht durch Architekturfragmente: Reste einer Fassade aus der Renaissance scheinen sich beim näheren Betrachten mehr und mehr aufzulösen.

Peter Ackermann wurde 1934 in Jena geboren. Nach dem Krieg zog seine Familie nach West-Berlin, wo er ab 1954 unterschiedliche Studiengänge einschlug. In den siebziger Jahren war der Maler und Grafiker Gastdozent, später Professor an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Karlsruhe. Seine Werke wurden auch 1977 auf der Documenta 6 in Kassel gezeigt. 2007 verstarb Ackermann in der italienischen Kleinstadt Cortona in der Toskana.

Die Ausstellung ist noch bis 13. August in der Graphischen Sammlung des Landesmuseums zu sehen.

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