Das „Luther-Team“ um Organisatorin Barbara Kremer war auch optisch ein Augenschmaus. Foto: Annette Pospesch

Nieder-Olm – „Alles Übel erwächst daraus, dass ein Weib nicht kochen kann“, soll Luther einst zum Besten gegeben haben. Folglich hatten die Gäste des Benefizessens des Camarakreises Nieder-Olm als Barbara Kremer mit Unterstützung ihres Teams für sie kochte, nichts Schlimmes zu befürchten. Die Köstlichkeiten, die im Laurenzisaal aufgetischt wurden, hätten den Reformator gewiss in Entzücken versetzt.

Seit fünf Jahren wird das Benefizessen vom Camarakreis in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus von Assisi aufgelegt und ist mittlerweile zum festen Bestandteil im Jahreskalender geworden. Begonnen hatte alles 2013 mit einem Abend mit afrikanischen Speisen, denn der Erlös der Charity-Veranstaltungen fließt seitdem in die Kongo-Projekte des Vereins, der mit Hilfe der Oblatenmissionare in einem der ärmsten Länder der Welt eine Entbindungs- und Sozialstation in Mwabo errichtet hat und eine Schule in Kinshasa unterstützt. Nachdem im vergangenen Jahr ein Krimidinner mit Autor Andreas Wagner auf dem Programm stand und auch schon rheinhessisch-französisch und international geschlemmt wurde, war das Motto für dieses Jahr leicht zu finden. Was lag näher, als das 8-Gang-Menü unter das Thema „500 Jahre Luther“ zu stellen und die Gerichte unter dem Gesichtspunkt auszuwählen: Was haben Luther und Katharina von Bora damals gekocht und gegessen? Bei den Namen und Zutaten der Gänge orientierte man sich passend zum Lutherjahr an der Küche eben jener Zeit – jedoch in zeitgemäßer, raffinierter Zubereitungsweise.

Ganz nach der Empfehlung Luthers „Iss was gar ist, trink was klar ist und red‘ was wahr ist“ ließen es sich die 80 Gäste nach den Begrüßungsworten der Camarakreis-Vorsitzenden, Hildegard Becher, und dem Tischgebet, das Dekan Pfarrer Hubert Hilsbos sprach, unter anderem eine Lombardische Suppe, Apfel-Zwiebel-Schmalz und Mandelbrot, einen gehaltvollen Schmortopf mit viel Gemüse, Nonnenfürzle und Pfannkuchen mit Kompott schmecken. Ein kräftiger Kräuterschnaps zum Abschluss durfte natürlich nicht fehlen. Die Rezepte gab es zum Mitnehmen und Nachkochen.

Neben den kulinarischen wurden auch musikalische und geistige Genüsse serviert. Die evangelische Pfarrerin aus Nieder-Olm, Julia Freund, und Pastoralreferent Harald Reinfelder sorgten zwischen den Gängen für Unterhaltung mit Texten und Liedern aus der Lutherzeit.

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