Legenden beim Anstoß: der 1954-er Weltmeister Horst Eckel (links) und der Ingelheimer Bernd Christ. Foto: Peter Seydel

INGELHEIM – Ein nicht alltägliches Ereignis am Rande des Benefizspieles der Lotto-Elf gegen die Ü 40 der SpVgg Ingelheim, das die Lotto-Elf 7:3 gewann, war das Zusammentreffen zweier ehemaliger Gegenspieler nach 65 Jahren: Die Rede ist vom 1954-er Weltmeister Horst Eckel und dem Ingelheimer Bernd Christ.

In der Saison 1952 und danach standen sich die Beiden jeweils in den Spielen von Mainz 05 gegen die legendäre Mannschaft des FC Kaiserslautern um Fritz Walter in der damaligen Oberliga Südwest (höchste Spielklasse) gegenüber. Bernd Christ bezeichnet diese Spiele als die Höhepunkte seiner Zeit als Fußballspieler.

Umso mehr – und das erzählt er voller Stolz und mit verschmitzten Lächeln – weil ihm zwei Tore im direkten Duell gegen die Weltmeister Werner Kohlmeyer und Horst Eckel gelungen sind.

Bernd Christ ist in Ingelheim zweifelsohne eine Fußball-Legende: Er wurde in Ingelheim geboren, fing 1946 im Alter von 14 Jahren bei der SpVgg Ingelheim mit dem Fußballspielen an. Der wieselflinke Stürmer wurde schon mit 17 Jahren in die erste Mannschaft geholt. So trug er im Jahre 1949 wesentlich zur Meisterschaft in der Ersten Amateurliga bei. Schnell wurden die Mainzer Vereine auf ihn aufmerksam. Und so wechselte er 1952 als Vertragsspieler zu Mainz 05. In dieser Zeit spielte er auch gegen den Gründer der Lotto-Elf, Rudi Gutendorf, im Trainerbereich ebenfalls eine Legende.

1960 dann die Rückkehr zum Heimatverein SpVgg Ingelheim. Bis 1960 war er nicht nur Stammspieler der Ersten Mannschaft, sondern ein in der Region geachteter und gefürchteter Stürmer.

Nach einer herzlichen Begrüßung zwischen den beiden im Stadion am Blumengarten war natürlich die Zeit der Zusammentreffen auf dem Spielfeld in den 50er Jahren das Thema. Bernd Christ hatte einige Fotos mitgebracht und so war auch gleich ein reger Erinnerungsaustausch im Gange. Bernd Christ räumte zwar ein, dass er mit Mainz 05 meist gegen Kaiserslautern verloren habe, konnte es sich aber nicht verkneifen: „Aber einmal haben wir euch 5:2 geschlagen.“ Der Konter von Horst Eckel in reinem Pfälzerisch: „Do hon isch nit geschbielt.“

Der Weltmeister bescherte zum Benefzispiel seinem Gegenspieler eine Ehre: Die beiden Legenden führten den Anstoß auf Wunsch von Horst Eckel gemeinsam aus. Und zum Abschied überreichte ihm Bernd Christ ein Präsent guten Ingelheimer Weines.

Das Ingelheimer Benefizspiel brachte dem Haus Sankt Martin eine Rekordspende von 10000 Euro ein. Die Spieler der Lotto-Elf, Welt-, Europa-, Deutsche Meister und ehemalige Spitzenspieler gelten zu Recht als Legenden des Fußballs und spielen seit 1999 jeweils für einen guten Zweck. Über zwei Millionen Euro kamen so schon an Spendengeldern zusammen. Vor dem Spiel fand mit Wolfgang Kleff und Darius Wosz ein Schnuppertraining statt: Über 70 Kinder waren mit Begeisterung dabei.

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