Viele Gäste beim Schulfest in Zornheim. Foto: Margit Dörr

Zornheim – Während im Schulhof schon eifrig gewerkelt wurde, um das Schulfest vorzubereiten, trafen sich im Gymnastikraum der Grundschule die Ehrengäste zu einem kleinen Festakt. Denn seit 15 Jahren ist die Zornheimer Grundschule eine Schwerpunktschule –  kein Wunder also, dass das Schulfest unter dem Motto „15 Jahre Schwerpunktschule – 15 Jahre Inklusion“ stand. Schwerpunktschule heißt, dass Kinder mit Beeinträchtigungen gemeinsam mit „Regelkindern“ die Schulbank drücken. Dieses bedeutet für die Lehrerinnen und Lehrer mehr Zeitaufwand, wie in Rede von Schulleiterin Gabriele Koch oder auch in den Anmerkungen von Förderlehrerin Julia Suhr, die bei einem Podiumsgespräch teilnahm, zu hören war. Aber festgestellt wurde von Schulelternbeiratsmitglied Christian Nobrotzky sowie von Alena Hayer, einer ehemaligen Schülerin, die 2001 in der ersten Klasse der Schwerpunktschule war, dass es für die Kinder völlig normal ist, gemeinsam zu lernen.

„Jeder hat andere Stärken“, war eine wichtige Erfahrung, die Alena in der Grundschule schon gemacht hat. Aus Elternsicht bezogen Bianca Jansen und Alexandra Jüliger, deren Kinder mit Einschränkungen die Schule besucht haben, Stellung. Bianca Jansen bedauerte, dass viele Eltern in der Schule nicht offen mit der Behinderung ihres Kindes umgehen. „Es hat ihn sehr selbstständig gemacht“, freute sich Alexandra Jüliger. Ihr, mit einem Down-Syndrom geborener Sohn Tim, mittlerweile 18 Jahre alt, trug mit Improvisationen am Cajon, genauso wie die ehemalige Schülerin Leonie Leuschner am Klavier, zur musikalischen Unterhaltung bei. Auch die jetzigen Viertklässler präsentierten unter der Leitung von Konrektor Guido Wolf einige Lieder, begleitet am Klavier von Claudia Endrulat.

„Allen Schülern gemäß ihren Kompetenzen gerecht zu werden, hat oberste Priorität“, sagte Regierungsschuldirektorin Stephanie Heieck. „Um die Zukunft der Schule ist mir nicht bange, konstatierte Ralph Spiegler, der Bürgermeister der VG Nieder-Olm, in deren Trägerschaft sich die Schule befindet, angesichts der Bereitschaft der Schule sich immer wieder neuen Aufgaben zu stellen.

Gracia Schade, die Behindertenbeauftragte der VG, verglich den Weg zur Inklusion mit einer Landstraße mit vielen Kurven, auf der man viel Geschick brauche. Sie sei keine schnelle Autobahn.

Beim Besuch von Unterrichtsstunden, die im Anschluss gehalten wurden und beim Schulfest mit vielen verschiedenen Angeboten wurde ein kleiner Einblick ins Leben der Schwerpunktschule gewährt.

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Seit 2007 bin ich für die Lokale Zeitung in der VG Bodenheim tätig, war aber auch schon in Mainz, Nierstein, Oppenheim und in der VG Nieder-Olm. Es macht mir Freude, über Kulturelles, über Neuigkeiten in Schulen, Kindergärten zu berichten. Ich interessiere mich für Lebensgeschichten einzelner Menschen sowie für die Geschichte von Gruppen oder Vereinen. Mein besonderes Interesse gilt den Kirchen und Kirchengemeinden.