Nicole Hedderich vor einer Installation. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Mombach – In Sachen Kunst hört Nicole Hedderich gerne auf ihr Bauchgefühl. „Was sie mit meiner Kunst anfangen sollten“, sagt die Künstlerin, das möchte sie ebenfalls der Empfindung der Betrachter überlassen. Zur Vernissage der Ausstellung „Aufblicke“, mit der Hedderich in diesen Wochen in Mombach gastiert, hat der Performancekünstler, Dr. Treznok, eine verblüffende Interpretation mitgebracht. „Du dicker alter Uranus, du bist so anders“, hat er eines der Werke besungen. Einen Gegenstand, der eher eine Ähnlichkeit mit einem Seeigel hatte.

Die 14. Ausstellung der Veranstaltungsreihe „Kultur vor Ort“ in der Mombacher Ortsverwaltung verdient nicht allein wegen der außergewöhnlichen Vernissage das Prädikat „wertvoll“. Sondern auch, weil, wie die stellvertretende Ortsvorsteherin von Mombach, Martina Kracht, hervorhob, die gegenständliche Kunst wie die von Hedderich an dem Ort noch nicht gezeigt worden sei.

In Bretzenheim zu Hause, machte Hedderich – einst Kreativdirektorin einer Werbeagentur – ihre Leidenschaft zur Profession. Mit den Objekten und Bildern, die in der Ausstellung zu sehen sind, so die Künstlerin über ihr aktuelles Schaffen, entferne sie sich von der Abstraktheit, der sie sich zwischendrin widmete. Die Arbeiten aus dem laufenden und dem vergangenen Jahr spielen nun mit Licht und Schatten. Schwarz und weiß in allen Schattierungen dominieren die Malerei und Installationen. Die Letzteren sind an Fäden befestigt, wodurch sie im Raum zu schweben scheinen.

Zeichnen und „die realistische, fast schon fotorealistische Malerei“, seien ihre Ursprünge gewesen, erzählt die Künstlerin über sich. In ihrer Werkstatt – sie mag diesen Ausdruck lieber als die   Bezeichnung Atelier – arbeitet sie aber „sehr gerne handwerklich“. Mit den Kursteilnehmern der Werkstatt und den Schülern der Bretzenheimer IGS, die sie unterrichtet, beschäftigt sie sich hingegen vorwiegend mit Farbe, Pinsel oder Stiften. In diesem Schuljahr seien die Fünft- bis Achtklässler mit Hedderich zwar ebenfalls „abstrakt“ unterwegs gewesen. Im kommenden Jahr wolle sie aber die Schüler auf eine Reise zurück zu den eigenen Wurzeln, zum Zeichnen, mitnehmen.

Mittlerweile mehrere Ausstellungen in der Landeshauptstadt und der Umgebung machten Hedderich auch für die Mombacher interessant. Es sei wichtig, dass Kunst in die Mainzer Stadtteile kommt und die Nähe zu den Menschen sucht. „In der bekannten Umgebung wie der Ortsverwaltung in Mombach, trauen sich die Menschen eher, vorbeizuschauen, um sich Kunst anzusehen.“ In Mombach schauen die kunstinteressierten Bürger mittlerweile Dank der „Kultur vor Ort“-Reihe gerne vorbei.

Die Ausstellung endet am 29. Juni und ist montags bis dienstags, 8 bis 12 Uhr, geöffnet. Dienstags auch 14 18 Uhr.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.