Die Energiewende mit Spaßfaktor: Nikolas Huth mit seinem Elektroroller. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Mainz/Mombach – Leise und auf zwei Rädern rollt der Vorbote der Energiewende die steile Obere Kreuzstraße in Mombach hoch. In Mainz hat die Wende das Gesicht von Nikolas Huth. Er ist es, der den Elektroroller fährt und zufrieden den Fahrtwind aufnimmt. Der 19-jährige ist ein „Pioneer“ des Start-up-Unternehmens unu Motors, das den mobilen Markt mit umweltfreundlichen E-Rollern aufmischt. Die Absicht ist, „die Mobilitätslösung zu schaffen, die die Menschen mit ihrer Stadt verbindet“, heißt es auf der unu-Homepage. Wer will, kann bei Huth eine kostenlose Probefahrt machen. Huth selbst nutzt den E-Roller seit zwei Jahren. Die Infos sind Erfahrungsberichte.

„Der Werdegang von ,unu‘ hat eine Mainzer Komponente“, verrät der angehende Student der Wirtschaftsinformatik. Die Gründer, Elias Atahi und Pascal Blum, kommen von hier. Mittlerweile sitzt die Firma in Berlin. Beim Studienaufenthalt in Peking lernten sie die Zukunft der innerstädtischen Elektromobilität kennen. In den zentralen Bezirken der Großstädte dürfen nur Elektroroller fahren.

Der Roller bewältigt mit einem Akku etwa 50 Kilometer. Mit zweien das Doppelte. Für die von Parkplatzsorgen befreite Fahrt durch die City genüge das völlig. „Dann benötigt der Akku Strom.“ Über Nacht zu Hause geladen, steht er am nächsten Tag bereit. „Ich komme ohne Kompromisse durch die Stadt.“

Die Mainzer scheinen für die Energiewende bereit zu sein. Alle zwei Tage eine Probefahrt. Die Interessenten seien ein buntes Publikum, berichtet Huth. „Vom jungen Pärchen, über erfahrene Autofahrer, die Alternativen wollen, bis hin zu Senioren“. Vor kurzem habe er den E-Roller vor einem Vereinsheim abgestellt, was dem Besitzer missfiel. „Als ich ihn geräuschlos wegfuhr, staunte der Mann. Wir kamen sofort ins Gespräch.“

Zum Testen lädt Huth gerne auf den Parkplatz am Kaisertor ein. Das Areal am Rhein biete die Umgebung, in die mobile Elektro-Welt einzutauchen. Geschwindigkeiten bis zu 45 Stundenkilometern erreicht das Zweirad mühelos. Mofa- oder der Führerschein der Klasse AM berechtigen zur Nutzung. Helm aufgesetzt und es geht los. Mit insgesamt 72 Neuerungen hat Unu nun den E-Roller neu aufgelegt. „Die haben sich aus dem direkten Austausch zwischen den Pionieren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie den Kunden ergeben.“ Es gibt mehr Komfort für zwei Personen. Der Motor stammt von Bosch, die Reifen aus Deutschland, der Akku aus Frankreich. Zusammengesetzt wird das Zweirad in China und fahrbereit vor die Haustür geliefert. Damit kommt die Energiewende in Mainz an.

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