Der neu gestaltete Viktoriaplatz kann sich wirklich sehen lassen. Foto: Ralph Keim

KOSTHEIM – Wochenlang war der neu gestaltete Viktoriaplatz noch eingezäunt (was die Kids nicht davon abhielt, auf ihm zu spielen) und dann das: Ausgerechnet zur feierlichen Wiederöffnung ging ein kurzes, aber heftiges Unwetter nieder. Dennoch: Der Platz kann sich sehen lassen. Gut angelegtes Geld also, denn die Planungs- und Baukosten beliefen sich auf insgesamt rund 230.000 Euro. Der Kostheimer Gesangverein Harmonie spendete für die Anschaffung des neuen Sitzmobiliars 1500 Euro.

Der alte Viktoriaplatz entsprach wegen seiner baulichen und gestalterischen Defizite nicht mehr den heutigen Erfordernissen an einen öffentlichen Quartiersplatz. Deshalb war eine Umgestaltung unumgänglich, in den Augen von Bürgern und Ortsbeirat längst überflüssig. Bei einem durch das Grünflächenamt der Stadt Wiesbaden initiierten Bürgerworkshop Ende 2015 erarbeiteten Kostheimer Bürger und Ortsbeirat einen Entwurf für den Viktoriaplatz als wohnungsnaher Treffpunkt für Sport und Spiel. Alle Generationen sollen hier zum Treffen und Verweilen auf attraktiven Sitzplätzen, zum Boulespiel unter Bäumen sowie zum Kicken, Klettern oder Schaukeln eingeladen werden – so zumindest der Wunsch.

Außerdem soll der Platz das Ortsbild bereichern und stärker in das Bewusstsein der Bürger rücken. Aus diesem Grund wurden seine ehemals sehr dicht zugewachsenen Ränder aufgelockert. Sie hatten mit dazu beigetragen, dass der Platz eher Schmuddelecke als einladendes Areal war. Im Februar 2016 beschloss der Ortsbeirat einstimmig die Planung und Ausführung. Mitte September 2016 wurde unter der Federführung des Grünflächenamtes mit den Bauarbeiten begonnen. Eingebunden war der Landschaftsarchitekt Kai Müller.

Der direkt an der Brücke, die Alt-Kostheim mit der Siedlung verbindet, gelegene Viktoriaplatz hat eine wechselvolle Geschichte: Er war Standort von Soldatenbaracken, ebenso für die schon lange nicht mehr stattfindende Kostheimer Kerb. Als Platz verkam er in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Schandfleck und wurde zu einem Beispiel ungenutzter Potenziale.

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