Erhebliche Nachbesserungen bei der Mainzelbahn fordert der Bretzenheimer Ortsbeirat. Foto: Oliver Gehrig

Bretzenheim – Rund fünf Monate nach der Inbetriebnahme ist der Bretzenheimer Ortsbeirat mit der neuen Mainzelbahn immer noch nicht so richtig glücklich. Das Gremium fordert erhebliche Nachbesserungen in punkto Lärmreduzierung sowie  Pünktlichkeit und verabschiedete jetzt mehrheitlich einen langen Forderungskatalog der Koalition aus CDU, ÖDP und FDP. „Seit Inbetriebnahme gibt es insbesondere im Bereich Ostergraben und Marienborner Straße massive Proteste der Anwohner“, erläuterte CDU-Fraktionssprecher Manfred Lippold den Hintergrund. „Es müssen dringend Nachbesserungen erfolgen, die derzeitige Situation ist nicht zufriedenstellend.“

Im Einzelnen fordert das Gremium aus Lärmschutzgründen eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer ab dem Wertstoffhof bis zur Wilhelm-Quetsch-Straße, insbesondere für den Engpass in der Marienborner Straße. Die Ampelschaltung soll so optimiert werden, dass der mögliche Zeitverlust einer Geschwindigkeitsreduzierung ausgeglichen werden kann. Durch eine bessere Schaltung soll auch der Autorückstau an der Ampelanlage an der Ludwig-Nauth-Straße reduziert werden, damit der Verkehr besser abfließen kann. Es soll besser kontrolliert werden, ob sich die Straßenbahnfahrer an Höchstgeschwindigkeiten halten. Außerdem soll bei allen Mainzelbahnen überprüft werden, dass die Räder optimal rollen und nicht noch mehr Lärm verursachen. Als letzter Punkt soll ebenfalls überprüft werden, dass das Dämmband in der Marienborner Straße korrekt verlegt worden ist.

„Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass ein Drittel der Straßenbahnfahrer in Bretzenheim zu schnell gefahren ist, nämlich 60 bis 65 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer“, kritisierte Uwe Marschalek (FDP). „Weniger Geschwindigkeit bedeutet weniger Lärm.“ Der Antrag sei ein Fingerzeig, wo nachgebessert werden muss. „Es wird durchgebrettert“, bekräftigte Manfred Lippold (CDU). Gerade der Bereich am Friedhof habe sich zur Rennstrecke entwickelt, ergänzte Dr. Peter Schenk (ÖDP). „Tagsüber werden Beerdigungen massiv gestört und nachts wachen die Anwohner auf.“ Der Autorückstau an der Ludwig-Nauth-Straße sei enorm, ergänzte Michael Wiegert (SPD). „Die Abbiegespur reicht nicht aus.“ Peter Schau (SPD) ergänzte, dass der versprochene Verkehrsspiegel an der Ecke Marienborner Straße und Essenheimer Straße immer noch nicht installiert sei.

Anderer Meinung war Martin Schykowski (Grüne). „Der Antrag kommt zum komplett falschen Zeitpunkt“, entgegnete er. „Solange die beauftragten Gutachten noch nicht da sind, können wir kein Urteil fällen.“ Die Koalition widersprach. „Es ist als Ortsbeirat unsere Aufgabe, den Finger in die Wunde zu legen“, meinte Uwe Trier (CDU). Der Antrag wurde bei zwei Gegenstimmen der Grünen auf den Weg gebracht.

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.