Die Vernissage der Studioausstellung „‘Munster gefelt mir wol‘“ im Museum bei der Kaiserpfalz in Ingelheim war bestens besucht. Foto: Ralph Keim

INGELHEIM – Die Bekanntmachung der 95 Thesen von Martin Luther vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, gilt als Auftakt zur Reformation. In ganz Deutschland wird dieses Ereignis jetzt im Rahmen des Luther-Jahres gefeiert. Im Museum bei der Kaiserpfalz ist dazu die Studioausstellung „‘Munster gefelt mir wol‘ – Sebastian Münster und Martin Luther“ zu sehen.

Dabei zeigt die Studioausstellung die Berührungspunkte zwischen dem 1488 in Ingelheim geborenen Sebastian Münster und Martin Luther auf. So gab Sebastian Münster zum einen die „Dekalogpredigten“ (zehn Gebote) von Luther in eigener Übersetzung heraus. Außerdem zog er mit seiner lateinisch-hebräischen Ausgabe des Alten Testaments die Aufmerksamkeit des Reformators auf sich.

Vermutlich war es auch ein Werk von Sebastian Münster, das Martin Luther zu seiner Abhandlung „Von den Juden und ihren Lügen“ anregte. Diese und weitere Aspekte dieser weltbewegenden Zeit werden durch die entsprechenden Originaldrucke und Exponate veranschaulicht. Die Parallelen zwischen den beiden Persönlichkeiten ermöglichen die Sicht auf damals aktuelle Themen und lassen Facetten des frühneuzeitlichen Zeitgeists aufleben.

Bereits die Vernissage lockte zahlreiche Besucher in das Museum. Das Instrumentalensemble „Chantal“ umrahmte die Vernissage musikalisch mit eigens dafür arrangierten Stücken aus Luthers und Münsters Zeit. Luther war sehr musikalisch, trat selbst als Sänger, Lautenspieler und Liedkomponist in Erscheinung. Zudem hatte er ein ganz besonderes Verhältnis zur Musik. Er maß ihr höchste Bedeutung für das Seelenheil des Menschen bei, „weil sie Ruhe und ein fröhliches Gemüte zu verschaffen vermag“, wie er es formulierte. Vor diesem Hintergrund haben die vier Musiker von „Chantal“ mit Harfe, Gitarre, Mandoloncello, Streichpsalter, Cornamuse, Oboe, Englischhorn und Blockflöten alte Musik aus Luthers und Münsters Zeit speziell für den Abend der Ausstellungseröffnung neu arrangiert.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 10. Dezember im Museum bei der Kaiserpfalz zu sehen ist. Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, unter anderem mit zahlreichen Führungen. Am 21. Mai kann die Ausstellung im Rahmen des Familienfestes im Museum von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Am 26. Oktober zeigen Schüler des Sebastian-Münster-Gymnasiums ihre Arbeiten zu der Studioausstellung. Die Vernissage dazu beginnt um 18 Uhr. Um 18.30 Uhr beginnt die Theateraufführung „Die Münsters – Eine frühneuzeitliche Homestory“.

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