Die Organisatoren vom Schifferverein Gerhard Terwedow erster Vorsitzender, Architekt und Initiator Wilhelm Heckesmüller sowie der ehemalige Ortsbürgermeister Günter Ollig freuen sich, den Museumsbesuchern die historische Nackenheimer Ortsgeschichte näher zu bringen. Foto: Claudia Röhrich

Nackenheim – Das Unterdorf Nackenheim unterscheidet sich inzwischen stark vom üblichen Bild eines Fischerdorfes. Der Nackenheimer Schifferverein 1952 e.V. pflegt aber weiterhin die alte Tradition, mit einer Ausstellung „Nackenheim das Unterdorf geprägt vom Rhein“ im schmucken Ortsmuseum das historische Bild des Dorfes in seiner besonderen Beziehung zum Strom zu veranschaulichen und näherzubringen. Einst gehörten viele Zünfte, wie die Fischer, Färcher (schrappen Baggergut), Leinereiter (zogen die Rheinschiffe mit Pferden auf den Leinpfaden), Bootsbauer und Bauwerke, wie die Rheinmühlen und die Hafenanlage mit den Sandbetrieben zum Erscheinungsbild des malerischen Unterdorfes.

52 Hauser reihten sich am Damm entlang, auf den gegenüberliegenden rechtsrheinischen Auen hatten einige Nackenheimer Familien ihren Wohnsitz. Leider zerstörte der Bau der Bundesstraße 9 im letzten Jahrhundert letzte vorhandene Anlagen und brachte Teile der Bevölkerung des Rheindorfes in Existenznot. In den unteren Räumen erklang eine Schiffsglocke, das war das Zeichen, dass der Pfarrer Reinhold Ricker von St. Gereon die Räume des Schiffervereins segnen wollte. Im Anschluss an die kirchliche Weihe lud der Verein zu einem kleinen Umtrunk in den zweiten Stock ein.

Gerhard Terwedow, erster Vorsitzender hielt die Begrüßungsrede, “Wir sind stolz darauf, dass der Verein mehr als 200 Mittglieder hat. Die Herstellung der Räume sowie die Ausstellung verschlang ein kleines Vermögen, dabei wurde das Projekt vom Kreis und Land gefördert“, verriet der ehemalige Seemann. Er dankte allen, die ihr Arbeitsleistung unentgeltlich mit haben einfließen lassen. Es erfolgte die Übergabe der beiden Museumsräume an Ortsbürgermeisterin Margit Grub (CDU) durch Überreichung der Schlüssel und der Urkunde, Grub wiederum reichte den Schlüssel an Hausherren Achim Ramler, den ersten Vorsitzenden vom Heimat- und Verkehrsverein, weiter.

Einige große beleuchtete Bild-und Texttafeln hängen an den Wänden des ehemaligen Schulhauses. Neue und alte Medien wurden hier wunderbar miteinander verbunden. Zu bestaunen waren etliche Dinge, die mit der Rhein-Schifffahrt zu tun hatten: ein großes Ruder, Eichendiele gebogen auf Helling, Schiffsschraube, ein Anker. Der Besucher konnte sich auch im Knotenbinden üben. Wem das Lesen zu anstrengend war, konnte sich die Geschichte zur Schifffahrt per Video zuführen. Das Ortsmuseum ist nun ab sofort jeden 2. und 4. Sonntag im Monat von 14 – 16 Uhr geöffnet.

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