So soll das neue RGZM einmal aussehen. Visualisierung: red

Mainz – Der Grundstein ist gelegt: Mit dem Einmauern von symbolträchtigen Gegenständen am neu gelegten Fundament in der Mainzer Neutorstraße hat die Rohbauphase für das neue Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) und Leibniz-Forschungsinstitut der Archäologie begonnen. Rund 51,4 Millionen Euro investieren das Land Rheinland-Pfalz, die Landeshauptstadt und der Bund in ein modernes Haus für archäologische Spitzenforschung mit großzügigen Ausstellungsbereichen, gelegen am südlichen Rand der Altstadt.

Voraussichtlich 2020 soll das Römisch-Germanische Zentralmuseum sein heutiges Domizil im Kurfürstlichen Schloss verlassen. Staatssekretär Stephan Weinberg steuerte zur Grundsteinlegung symbolisch einige blitzblanke Euromünzen bei. „Mit der heutigen Grundsteinlegung ist für das RGZM ein wichtiges Etappenziel erreicht worden und der Umzug in den Neubau rückt in greifbare zeitliche Nähe“, sagte Weinberg in seiner Ansprache. „Mit dem Neubau werden für das RGZM vor allem die Arbeitsbedingungen für eine hochwertige Forschung nachhaltig verbessert.“ Er erinnerte an den vorausgegangenen Planungswettbewerb des Landes, der hohe Ansprüche an die technische Qualität des Gebäudes sowie an seine städtebauliche Einbindung stellte.

Seit dem Spatenstich im Herbst 2015 ist auf dem Gelände viel passiert. Vorab mussten im Untergrund die zentralen Versorgungsleitungen der Altstadt umgelegt werden. Die Baugrube erhielt gegen Nachrutschen und als Schutz gegen das hoch anstehende Grundwasser einen Verbau aus dicht gesetzten Bohrpfählen. Archäologen der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) legten rund 15 Monate lang historische Festungsmauern frei und dokumentierten sie für die Forschung.

Der Museumsbau wird ein viergeschossiger Komplex in Stahlbeton-Bauweise mit Untergeschoss. Seine Längsseite erstreckt sich mit 95 Metern entlang der Rheinstraße. In einem L-förmig angesetzten Ausstellungsflügel wird auf drei Etagen die Dauerausstellung des RGZM präsentiert. Der Neubau erhält großzügige Fensterflächen, die Einblicke in die Ausstellung gewähren und die optische Verbindung zwischen Innen- und Außenraum herstellen.

Insgesamt steht eine Nutzfläche von fast 10.000 Quadratmetern zur Verfügung. Der Minister für Wissenschaft und Weiterbildung, Konrad Wolf, würdigte das 1852 in Mainz gegründete RGZM als bedeutendes Forschungsmuseum: „Forschungsmuseen bringen aktuellen wissenschaftlichen Fortschritt an die breite Öffentlichkeit.“ Die Restaurierung der Totenmaske des Tutanchamun in Kairo oder die Untersuchung der Ausrüstung der Gletschermumie „Ötzi“ seien nur die prominentesten Beispiele.

Als Symbol der vom RGZM betriebenen Forschung legte Generaldirektor Falko Daim eine Abbildung aus einem der ersten Inventarbücher des RGZM aus dem 19. Jahrhundert in die Zeitkapsel ein.

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