Abwechslung kommt den Flüchtlingskindern gerade recht wie beim Fußballturnier „Frühjahrskick“ Ende April. Foto: Helene Braun

Weisenau – Raus aus dem Alltag und rein in die Natur lautet die Devise von Lara und Daniel Merz von „Insight Outside“, der erlebnispädagogischen Werkstatt in Mainz. In der Arbeit mit geflüchteten Menschen, die das Ehepaar ehrenamtlich leitet und begleitet, erreicht Insight Outside bei den monatlichen Treffen vor der Gemeinschaftsunterkunft „Portland“ im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Heidelberg-Cement immer wieder viele Menschen und gelangt mit ihnen in einen erfolgreichen Austausch. Einige der Flüchtlinge, die hier leben, sind bereits anerkannt, andere warten noch oder haben einen anderen Aufenthaltsstatus.

Für alle aber gilt, die Hürden, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, Arbeit zu finden, den bürokratischen Dschungel zu durchdringen, die Sprache zu erlernen, sind unglaublich hoch. Seit einem halben Jahr kümmern sich die Sozial- und Erlebnispädagogen Lara und Daniel Merz mit ihren Mitarbeitern darum, ihnen das Leben ein wenig zu erleichtern. Abwechslung kommt da gerade recht wie beim Fußballturnier „Frühjahrskick“ Ende April. Mit Begeisterung nahmen die Kinder der Unterkunft das Angebot an, tobten und spielten unter Aufsicht von Pädagogen. Die Erwachsenen konnten sich derweil an Kaffee und Kuchen laben, die Diakon Wolfgang Ludwig und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Langer ausschenkten und servierten. Das Projekt läuft nämlich unter dem Dach der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt in Weisenau.

Doch nicht nur die spielerischen Highlights und Großveranstaltungen, von denen die erste im letzten Oktober den Start der Arbeit markierte, stehen bei den Pädagogen im Fokus. Auch die monatlichen Treffen, ein offenes Angebot für die Flüchtlinge und jeden, den es interessiert, immer am letzten Freitag im Monat von 15 bis 18 Uhr, geben Halt und bringen mehr und mehr Sicherheit in das Leben derer, die Schweres durchleiden mussten. „Die Aufklärung über die Regeln im Lande, den gesetzlichen Rahmen, Themen wie Mülltrennung, Nachhaltigkeit und Lebensmittel tragen zur Integration bei“, erklärt Lara Merz. Und was die Qualifizierung der Pädagogen betrifft: „Wir kommen aus der offenen Jugendarbeit, wir haben professionellen Abstand und können erklären, beobachten und auffangen“, so Lara Merz weiter. Derweil ist sind ihr Mann und weitere Teamer mit den Kindern und ihrem Fußballturnier befasst, das ihre Aufmerksamkeit völlig in Anspruch nimmt.

Seit einem Jahr leben in der Gemeinschaftsunterkunft „Portland“ Flüchtlinge, zurzeit seien es 110 Menschen aus vielen Ländern, so Leiterin Eileen Delorme von den Maltesern. Der Austausch bei den monatlichen Treffen mit Insight Outside wird groß geschrieben. Und Regeln und Wissen werden spielerisch vermittelt. Die Kinder sprächen sowieso alle deutsch und die Erwachsenen wollten gar keinen Dolmetscher, informiert Lara Merz weiter. Beim Vorlesen von Märchen etwa hat sie festgestellt, dass die Flüchtlinge, die noch nicht zu sprechen wagen, fast alles verstanden hätten. Das zeigte ein Test, in dem ein Mann aus Eritrea auf Englisch wiedergeben sollte, was bei ihm angekommen sei. „Ich kann gar nicht beschreiben, was das für ein Lächeln in seinem Gesicht war“, ist Lara Merz noch heute gerührt.

Weitere Infos unter www.insight-outside.de.

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