„Blühender Aprikosenhain unter stürmischem Himmel“. Foto: Helene Braun

Gonsenheim – Man möchte am liebsten geradewegs hineinspazieren in die Bilder von Herbert Beck. Da ist zum Beispiel dieser gewundene Pfad, der „Weg durch die Ölwiese im Frühling“, den man beschreiten möchte, um den im Hintergrund liegenden Rheinhessendom zu erreichen. Da sind andere Frühlingsbilder, im frischem Grün und Blau und kräftigem Rosa, bei denen man die Natur fast riechen kann. 39 Werke sind zurzeit im Gonsenheimer Rathaus zu bewundern in der 6. Einzelausstellung in jährlicher Folge. „Naherholung in impressionistischen Bildern“ hat der Künstler seine „Neuen Bilder 2016/17“ genannt.

Über seine malerische Aktivität seit 2009 sagt Herbert Beck: „‚Lehrmeister‘ meiner Malerei seit 2009 sind die französischen Impressionisten, denn der Impressionismus ist nicht nur eine Epoche, sondern gehört für immer zur aktiven Malerei und damit zum Leben der Menschheit.“ Solch begeisternde Worte kann man leicht nachvollziehen, betrachtet man sich die Werke etwas genauer.

Die Ölwiese taucht noch öfter auf in den Gonsenheimer Motiven. Rot blüht hier der Mohn im frischen Grün, oder weiß wie hingetupft die Kirschblüten. In der Ritterstraße in der Mainzer Oberstadt leuchtet die Straße im selben Blau wie der Himmel, gesäumt von tief rosa blühenden japanischen Kirschbäumen. Nur wenige Bilder enthalten andere Farben wie „Rügen im feurigen Herbstbuchenwald.“ Dass das Beck´sche Blau sich gleichsam für den Frühling wie den Winter eignet, sieht man etwa in der „Winterlichen Gonsbachpromenade“. Hier wirkt es anheimelnd im dichten Schnee.

Laudator Peter Marquardt sagte zum künstlerischen Werk: „Die Aktivitäten von Beck als Maler sind beachtlich. Er hat mit dem von ihm entwickelten Transsuprematismus den Abstraktionsprozess in der modernen Malerei zu Ende geführt.“ Zudem sei er ein bedeutender Zoologe, der jüngst nachweisen konnte, dass die Molekularbiologie bei den Schmetterlingen derzeit nicht in der Lage ist, einwandfreie morphologische Kennzeichnungen von Schmetterlings-Familien zu bestätigen. Das private Leben von Dr. Herbert Beck scheint wohl ebenfalls einmalig durch seine zwei gernerationenversetzten Ehen. Als Student heiratete er eine um 28 Jahre ältere Frau und war mit dieser 38 Jahre verheiratet. In der zweiten Ehe ist er nun schon seit 20 Jahren mit einer um 36 Jahre jüngeren Frau verheiratet und hat nun einen 15-jährigen Sohn.

In der Ausstellung erinnerte Beck auch an die künstlerischen Arbeiten von Eugenie Beck-Kraus, seiner ersten Frau, die sich deutlich im Stil von seinen unterscheiden.

Eugenie Beck-Kraus, 1904-1995, wagte ab 1972 den Sprung in eine eigenständige, moderne Malerei und Materialgestaltung, wovon in der aktuellen Ausstellung einige an den Wänden und viele in Mappen zu sehen sind. Die Ausstellung ist bis 7. Mai zu den Öffnungszeiten der Ortsverwaltung geöffnet.

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